Der Quran zeigt der Wissenschaft den Weg: Religion und Wissenschaft stehen stets im Einklang miteinander
Inhalt
- Einleitung
- Intelligentes Design, das heißt Schöpfung
- Die Religion spornt die Wissenschaft an
- Die Religion sorgt für die richtige Ausrichtung der Wissenschaft
- Religion und Wissenschaft stehen stets im Einklang miteinander
- Die wissenschaftlichen Wunder des Quran
- Gläubige Wissenschaftler
- Gläubige Wissenschaftler der Vergangenheit
- Weitere gläubige Wissenschaftler der Vergangenheit
- Gläubige Wissenschaftler unserer Zeit
- Muslimische Wissenschaftler
- Weitere gläubige Wissenschaftler unserer Zeit
- Fazit
- Anmerkungen
Um ihre Niederlagen gegenüber der Wissenschaft zu verbergen, setzen die Materialisten stets verschiedene Propagandamethoden ein. An erster Stelle steht dabei die Behauptung eines „Konflikts zwischen Wissenschaft und Religion“, die zum Hauptthema der materialistischen Presseorgane geworden ist. In den Quellen, die diese Behauptung vorbringen, werden wirklichkeitsfremde Geschichten erzählt, etwa dass die Religion im Laufe der Geschichte gegen die Wissenschaft gewesen sei und dass sich die Wissenschaft nur entwickeln könne, wenn man die Religion aufgibt.
In Wirklichkeit genügt schon ein kurzer Blick auf die Wissenschaftsgeschichte, um zu sehen, dass all diese Behauptungen falsch sind.
Werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Islam, so sehen wir, dass mit dem Quran auch die Wissenschaft in den Nahen Osten kam. In der vorislamischen Zeit waren die Araber eine Gesellschaft, die an allerlei falsche Glaubensvorstellungen und Aberglauben glaubte und keinerlei Beobachtungen über das Universum und die Natur anstellte. Mit dem Islam jedoch wurde diese Gesellschaft zivilisiert, schätzte das Wissen und begann, den Geboten des Quran folgend, das Universum und die Natur zu beobachten. Nicht nur die Araber, sondern viele Gesellschaften wie die Perser, die Türken und die Nordafrikaner wurden durch die Annahme des Islam aufgeklärt. Die Vollkommenheit und das Wissen, die Gott den Menschen im Quran lehrt, führten besonders im 9. und 10. Jahrhundert zur Entstehung einer großen Zivilisation. Sehr viele muslimische Gelehrte, die in dieser Zeit heranwuchsen, machten auf Wissenschaftsgebieten wie Astronomie, Mathematik, Geometrie und Medizin sehr bedeutende Entdeckungen.
Andalusien, das bei der Weitergabe der wissenschaftlichen Tätigkeit nach Europa eine zentrale Rolle spielte und in dem viele muslimische Wissenschaftler heranwuchsen, wurde besonders auf dem Gebiet der Medizin zur Wiege sehr großer Neuerungen und Fortschritte. Die muslimischen Ärzte waren nicht nur auf einem Gebiet Fachleute, sondern hatten sich auf sehr breite Bereiche spezialisiert, insbesondere Pharmakologie, Chirurgie, Augenheilkunde, Geburtshilfe, Physiologie, Bakteriologie und Hygiene. Ibn Dschuldschul (?–992), der jahrelang Heilpflanzen erforschte und Werke über die Geschichte der Medizin und über Heilpflanzen schrieb, sowie der tunesische Arzt Abu Dschafar Ibn al-Dschazzar (?–1009), der auf dem Gebiet der Diagnose und Behandlung Ruhm erlangte und dessen fast dreißig Werke bis heute bekannt sind, gehören zu den bekanntesten Wissenschaftlern der Medizin. Abd al-Latif al-Baghdadi (1162–1231) ist für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Anatomie bekannt. Er korrigierte frühere Fehler in Bezug auf die Anatomie vieler Knochen im Körper wie des Unterkiefers und des Brustbeins. Al-Baghdadis Werk „al-Ifada wa-l-Itibar“ wurde 1788 überarbeitet und ins Lateinische, Deutsche und Französische übersetzt. Sein Werk „Maqala fi-l-Hawass“ behandelt die fünf Sinnesorgane.
Die muslimischen Anatomen bestimmten auch die richtige Anzahl der Knochen im menschlichen Schädel und dass es im Ohr drei kleine Knochen gibt. An der Spitze der muslimischen Wissenschaftler, die sich mit anatomischen Arbeiten befassten, steht Ibn Sina (980–1037). Ibn Sina, der schon in jungen Jahren Literatur, Mathematik, Geometrie, Physik, Naturwissenschaften und Logik studierte, wurde nicht nur im Osten, sondern auch im Westen bekannt. Sein berühmtestes Werk „al-Qanun fi-t-Tibb“ wurde auf Arabisch geschrieben, im 12. Jahrhundert ins Lateinische übersetzt und an den europäischen Universitäten bis ins 17. Jahrhundert als grundlegendes Lehrbuch anerkannt und verwendet. Darüber hinaus schrieb er mehr als hundert Werke auf dem Gebiet der Philosophie und der Naturwissenschaften. Ein großer Teil des im „Qanun“ behandelten medizinischen Wissens hat bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren.
„Und auch unter den Menschen, den Tieren und dem Vieh gibt es solche von unterschiedlichen Farben. Unter Seinen Dienern fürchten Gott nur die Wissenden. Wahrlich, Gott ist allmächtig und allvergebend!“ (Sure 35:28, Fatir)
„Gott bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer Ihm. Und auch die Engel und die Besitzer des Wissens bezeugen, für die Gerechtigkeit eintretend, dass es keinen der Anbetung Würdigen gibt außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen.“ (Sure 3:18, Al Imran)
Zakariya al-Qazwini, der von 1203 bis 1283 lebte, räumte viele falsche Vorstellungen über Gehirn und Herz aus, die seit der Zeit des Aristoteles fortbestanden hatten. Sein Wissen über Herz und Gehirn kommt unserem heutigen Wissen äußerst nahe.
Zakariya al-Qazwini. Die Arbeiten von Hamdallah Mustaufi al-Qazwini (1281–1350) und Ibn an-Nafis auf dem Gebiet der Anatomie legten den Grundstein der modernen Medizin. Diese Wissenschaftler zeigten bereits im 13. und 14. Jahrhundert die Verbindung zwischen Herz und Lunge, dass die Arterien sauberes und die Venen verbrauchtes Blut transportieren, dass das Blut in der Lunge gereinigt wird und dass das zum Herzen zurückkehrende saubere Blut von der Aorta zum Gehirn und zu den anderen Organen des Körpers weitergeleitet wird.
Der erste Band des dreibändigen Werkes „Tadhkirat al-Kahhalin fi-l-Ain wa Amradiha“, das Ali ibn Isa (?–1038) über Augenkrankheiten schrieb, ist ganz der Anatomie des Auges gewidmet und liefert viele wertvolle Informationen. Dieses Werk wurde später ins Lateinische und Deutsche übersetzt.
Abu Bakr Muhammad ibn Zakariya ar-Razi (865–925), Burhan ad-Din Nafis (?–1438), Ismail al-Dschurdschani (?–1136), Qutb ad-Din asch-Schirazi (1236–1310), Mansur ibn Muhammad und Abu l-Qasim az-Zahrawi sind einige der muslimischen Gelehrten, die in der Geschichte der Astronomie, Mathematik, Medizin und Anatomie einen wichtigen Platz einnehmen.
Neben Medizin und Anatomie haben muslimische Gelehrte auch auf vielen anderen Gebieten wichtige Beiträge geleistet. Al-Biruni, der im 11. Jahrhundert lebte, bestätigte 600 Jahre vor Galilei, dass sich die Erde dreht, und berechnete 700 Jahre vor Newton den Durchmesser der Erde. Ali Kuşçu, der im 15. Jahrhundert lebte, zeichnete die erste Karte des Mondes, und heute ist ein Gebiet auf dem Mond nach ihm benannt. Thabit ibn Qurra lebte im 9. Jahrhundert und entdeckte Jahrhunderte vor Newton die Differentialrechnung. Al-Battani, der im 10. Jahrhundert lebte, entdeckte als Erster die Trigonometrie. Abu l-Wafa, der im selben Jahrhundert lebte, führte die Begriffe „Sekans“ und „Kosekans“ in die Trigonometrie ein. Al-Chwarizmi schrieb im 9. Jahrhundert das erste Algebrabuch. Al-Maghribi fand die heute als „Pascalsches Dreieck“ bekannte Formel 600 Jahre vor Pascal. Ibn al-Haitham, der im 11. Jahrhundert lebte, ist der Begründer der Optik. Roger Bacon und Kepler machten sich seine Werke zunutze, und auch Galilei erfand das Teleskop, indem er sich seine Werke zunutze machte. Al-Kindi wiederum stellte 1100 Jahre vor Einstein die Relativitätstheorie auf. Akşemseddin, der etwa 400 Jahre vor Pasteur lebte, entdeckte als Erster die Existenz der Mikroben. Ali ibn Abbas lebte im 10. Jahrhundert und führte als Erster eine Krebsoperation durch. Ibn al-Dschazzar, der in derselben Zeit lebte, erklärte die Ursachen und Behandlungsmethoden der Lepra. Wie man sieht, haben die muslimischen Gelehrten, von denen hier nur einige wenige genannt wurden, bedeutende Entdeckungen gemacht, die den Grundstein der modernen Wissenschaft legten.


Wenn wir auf die westliche Zivilisation blicken, sehen wir, dass auch die Entstehung der modernen Wissenschaft auf dem Glauben an Gott aufgebaut ist. Das 17. Jahrhundert, bekannt als „Zeitalter der wissenschaftlichen Revolution“, ist reich an Wissenschaftlern, die mit dem Ziel forschten, das von Gott erschaffene Universum und die Natur zu entdecken. Alle wissenschaftlichen Institutionen, die in dieser Zeit in Ländern wie England und Frankreich gegründet wurden, verfolgten das Ziel, „Gott durch die Entdeckung Seiner Gesetze zu erkennen“. Persönlichkeiten wie Newton, Kepler, Kopernikus, Bacon, Galilei, Pascal, Boyle, Paley und Cuvier sind nur einige der Wissenschaftler, die der Wissenschaftswelt wichtige Beiträge geleistet haben und zugleich für ihren Glauben an Gott bekannt sind (für ausführliche Informationen siehe den Abschnitt „Gläubige Wissenschaftler“).
Diese Wissenschaftler waren Menschen, die an Gott glaubten und mit der aus diesem Glauben erwachsenden Begeisterung wissenschaftlich tätig waren. Eines der Beispiele für diese Wahrheit ist eine Reihe von Werken, die Anfang des 19. Jahrhunderts in England herausgegeben wurde und unter dem Namen „Bridgewater Treatises“ bekannt ist. Viele Wissenschaftler forschten auf verschiedenen Wissenschaftsgebieten und betrachteten die erzielten Ergebnisse als „Beweise für die Harmonie und Abstimmung, die Gott im Universum und in der Natur erschaffen hat“. Die Methode, die diese Wissenschaftler verwendeten, wurde mit dem Begriff „Natural Theology“ (natürliche Theologie) ausgedrückt, der „Gott durch die Natur erkennen“ bedeutet.
Das berühmteste Buch, das zu den „Bridgewater Treatises“ gehört, ist das 1802 von dem bekannten Wissenschaftler jener Zeit, William Paley, veröffentlichte Buch „Natural Theology: or, Evidences of the Existence and Attributes of the Deity, Collected from the Appearances of Nature“ (Natürliche Theologie oder Beweise für die Existenz und die Eigenschaften Gottes, gesammelt aus den Erscheinungen der Natur). Paley lieferte in diesem Buch äußerst umfassende anatomische Informationen und gab Beispiele für die „Ordnungen“ im Organismus der Lebewesen.
Später wurde, inspiriert von Paleys Werk, im Namen der Royal Society eine Erklärung abgegeben. In der Erklärung wurde den Wissenschaftlern empfohlen, zu folgenden Themen zu forschen:
Alle Beweise und vernünftigen Erklärungen über die Macht, den Verstand und die Schönheit Gottes, die Seine Schöpfung aufzeigen. Zum Beispiel die Vielfalt und die Entstehung der Geschöpfe Gottes unter den Tieren, Pflanzen oder Metallen, die Einzelheiten der Verdauung und der Auflösung (der Nahrung), die Beispiele von „Design“, die der Mensch baut, und jedes andere vernünftige Argument, die alten und modernen Gebiete der Wissenschaft und Kunst sowie die gesamte Literatur ...
Diesem Aufruf, die Beweise für die Existenz Gottes darzulegen, schlossen sich viele Wissenschaftler an, und es wurde ein sehr wichtiges wissenschaftliches Werk nach dem anderen veröffentlicht. Die in den „Bridgewater Treatises“ veröffentlichten Werke und ihre Autoren sind die folgenden:
– The Adaptation of External Nature to the Moral and Intellectual Constitution of Man (Thomas Chalmers, 1833)
– Chemistry, Meteorology, and the Function of Digestion (William Prout, M.D., 1834)
– On the History, Habits and Instincts of Animals (William Kirby, 1835)
– The Hand, its Mechanism and Vital Endowments as Evincing Design (Charles Bell, 1837)
– Geology and Mineralogy (William Buckland, 1837)
– On the Adaptation of External Nature to the Physical Condition of Man (J. Kidd, M.D., 1837)
– Astronomy and General Physics (William Whewell, 1839)
– Animal and Vegetable Physiology (P. M. Roget, M.D., 1840)
Die „Bridgewater Treatises“ sind eines von zahlreichen Beispielen, die den Einklang zwischen Religion und Wissenschaft zeigen. Das Ziel vieler weiterer wissenschaftlicher Arbeiten, die vor und nach diesen Werken entstanden, war es, das von Gott erschaffene Universum kennenzulernen und auf diesem Weg Seine Erhabenheit zu begreifen.
Dass sich die Wissenschaftswelt von dieser Richtung abwandte, ist eine Folge davon, dass die materialistische Philosophie infolge einer Reihe sozialer und politischer Bedingungen im 19. Jahrhundert die westliche Zivilisation beherrschte. Dieser Prozess kam in Darwins Evolutionstheorie am deutlichsten zum Ausdruck und begann, Wissenschaft und Religion, ganz im Gegensatz zum früheren Zustand, als zwei einander widersprechende Wissensquellen darzustellen.

Die englischen Forscher Michael Baigent, Richard Leigh und Henry Lincoln erklären dies folgendermaßen:
„Anderthalb Jahrhunderte vor Darwin war die Wissenschaft nicht von der Religion getrennt; im Gegenteil, sie war ein Teil von ihr, und ihr letztes Ziel bestand darin, ihr zu dienen ... Doch die Wissenschaft zu Darwins Zeit löste sich von dieser Bedeutung, die sie bis dahin getragen hatte, und setzte sich als absoluter Rivale und alternative Vorstellung gegenüber der Religion durch. Von nun an sollte die Menschheit gezwungen werden, zwischen beiden zu wählen.“40
Heute jedoch widerlegt die Wissenschaft durch ihre eigenen Entdeckungen diese erzwungene Trennung, die man zwischen Religion und Wissenschaft herbeiführen wollte. Die Religion lehrt uns, dass das Universum aus dem Nichts erschaffen wurde, und die Wissenschaft findet die Beweise für diese Wahrheit. Die Religion lehrt uns, dass Gott die Lebewesen erschaffen hat, und die Wissenschaft legt die Beweise für diese Wahrheit durch die Ordnung vor, die sie in der Welt der Lebewesen entdeckt. Michael Denton sagt in seinem Buch „Nature’s Destiny“ (Die Bestimmung der Natur): „Die Wissenschaft, die einst als größte Verbündete des Atheismus und Skeptizismus galt, beendet nun endlich das zweite Jahrtausend und ist in unserer Zeit, wie es sich einst Newton und seine Anhänger wünschten, zur größten Verteidigerin des anthropozentrischen Glaubens geworden.“ Der anthropozentrische Glaube ist der Glaube, dass Gott die Welt für die Menschen erschaffen hat.
Dieses von der Wissenschaft vorgelegte Ergebnis führt dazu, dass immer mehr Wissenschaftler aufrichtig an Gott glauben. Der bekannte Biochemiker Michael Behe bringt diese Wahrheit mit den Worten zum Ausdruck: „Die Zahl der Wissenschaftler, die an einen Schöpfer oder an die Existenz einer Wirklichkeit jenseits der Natur glauben, ist größer, als in populären Mediengeschichten erwähnt wird: Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Gläubigen, die 90 % der Gesamtbevölkerung ausmachen, bei den Wissenschaftlern anders wären.“42

Angesichts dieses Ergebnisses, zu dem die Wissenschaft gelangt ist, versuchen die Materialisten, die Wissenschaftswelt einzuschüchtern, indem sie eine Reihe von Druckmechanismen in Gang setzen.
In den westlichen Ländern muss ein Wissenschaftler bestimmte Standards einhalten, um voranzukommen, wissenschaftliche Grade wie Dozent oder Professor zu erlangen und seine wissenschaftlichen Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften zu veröffentlichen. Die Evolutionstheorie bedingungslos zu akzeptieren ist der Standard Nummer eins. Deshalb akzeptieren manche Wissenschaftler darwinistische Märchen, an die sie in Wirklichkeit gar nicht glauben, und lassen die Beweise der Schöpfung außer Acht. In dem Artikel „Scientists and Religion in America“ (Wissenschaftler und Religion in Amerika) in der Ausgabe der Zeitschrift „Scientific American“ vom September 1999 erklärte der Soziologe Rodney Stark von der University of Washington den Druck, der auf Wissenschaftler ausgeübt wird, folgendermaßen:
„Seit 200 Jahren wird die Vorstellung verkauft: ‚Wenn du Wissenschaftler werden willst, muss dein Geist von allen religiösen Fesseln befreit sein‘ ... An den Universitäten schweigen religiöse Menschen, und religionslose werden bevorzugt. In den höheren Rängen gibt es ein System, das Religionslosigkeit belohnt.“43
Ein weiteres Beispiel für diesen systematischen Kampf der Materialisten gegen die Religion sind die eingangs erwähnten Propagandamethoden. Behauptungen wie „Die Religion steht im Widerspruch zur Wissenschaft“ oder „Die Wissenschaft muss materialistisch sein“ sind die Hauptelemente dieser Propaganda. Betrachten wir nun, warum diese Behauptungen keine logischen und stichhaltigen Seiten haben.
Die Haltung der mittelalterlichen Kirche gegenüber Wissenschaftlern
Religionsfeindliche Kreise benutzen die falschen Ansichten und die Haltung der mittelalterlichen Kirche zur Wissenschaft häufig als Waffe gegen die Religion. Es wird gesagt, die Kirche habe Europa in seiner Entwicklung zurückgeworfen und ins Elend gestürzt. Der Grund hinter diesen Bemühungen ist, die mittelalterliche Kirche mit der Religion gleichzusetzen und den Menschen folglich einzureden: „Wenn die Religion kommt, versinken wir in der Finsternis des Mittelalters.“ In Wirklichkeit aber besteht die wahre Religion nicht aus den Ansichten und der Haltung der mittelalterlichen Kirche.
Die mittelalterliche Kirche hatte sich von der Offenbarung entfernt, die der Prophet Jesus verkündet hatte, und einige der Religion fremde Ideen vorgebracht. Die Ansichten der Kirche, die vor allem vom Klerus im Interesse bestimmter Kreise in völliger Entfernung von der göttlichen Quelle gelenkt wurde, haben zweifellos auch der Wissenschaft geschadet. Diese historische Wahrheit lässt sich aber natürlich nicht auf den Islam übertragen. Denn der Islam stützt sich nicht wie die mittelalterliche Kirche auf den Aberglauben eines Klerus, sondern einzig und allein auf den Quran, das Wort Gottes.

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass die konservative mittelalterliche Kirche nichts mit Frömmigkeit zu tun hatte, ist, dass Wissenschaftler wie Galilei, die von dieser Kirche unter Druck gesetzt wurden, in Wirklichkeit äußerst religiöse Menschen waren. (Im zweiten Teil dieses Leitfadens werden ausführlichere Informationen über den Glauben dieser Wissenschaftler gegeben.) Auch dieses Beispiel zeigt erneut, dass der Druck, den das scholastische Denken auf die Wissenschaft ausübte, nicht eine Folge der Frömmigkeit, sondern der Verfälschung der Religion ist.
Der Quran hingegen ist die Offenbarung Gottes; er wurde keiner Veränderung unterworfen, und nicht ein einziger Buchstabe wurde verändert. Deshalb gibt es im Quran nicht den geringsten Widerspruch oder Fehler. Die Informationen, die Gott im Quran gibt, stimmen mit den wissenschaftlichen Entdeckungen überein. Ja, viele wissenschaftliche Wahrheiten, die erst in unserem Jahrhundert entdeckt wurden, wurden den Menschen im Quran bereits vor 1400 Jahren mitgeteilt. Dies ist ein wichtiges Wunder des Quran und einer der endgültigen Beweise dafür, dass er die Offenbarung Gottes ist. (In den folgenden Abschnitten werden einige der im Quran mitgeteilten wissenschaftlichen Wahrheiten behandelt.)
Die Behauptung „Die Wissenschaft muss materialistisch sein“
Ein weiteres Propagandamittel der Materialisten ist die schablonenhafte Behauptung: „Die Wissenschaft untersucht nur die Materie, deshalb muss sie materialistisch sein.“
Dies ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Wortspiel, das ein Mensch, der ein wenig nachdenkt, sofort durchschaut. Es stimmt, dass die Wissenschaft die Materie untersucht, aber das bedeutet nicht, dass „die Wissenschaft materialistisch sein muss“. Denn „die Materie untersuchen“ und „materialistisch sein“ sind sehr verschiedene Dinge.
Bei der Untersuchung der Materie gelangen wir zu der Überzeugung, dass die Materie selbst als Ergebnis eines gewaltigen Wissens und Designs entstanden ist. Auch wenn wir den Designer dieses Wissens und Designs nicht sehen, verstehen wir, dass sie bewusst hervorgebracht wurde. Stellen wir uns zum Beispiel eine Höhle vor, von der wir nicht sicher sind, ob vor uns schon ein Mensch sie betreten hat. Wenn wir diese Höhle betreten und an ihren Wänden mit großem Geschick gemalte, bewundernswerte Bilder finden, dann denken wir: „Vor uns war hier ein intelligentes Wesen und hat hier Werke geschaffen.“ Auch wenn wir dieses intelligente Wesen nie sehen, erkennen wir seine Existenz an seinen Werken.

Auch die Wissenschaft untersucht die Natur mit eben diesen Methoden und bringt ans Licht, dass es in der Natur eine Ordnung gibt, die sich materiell niemals erklären lässt, und dass es sich um ein Design handelt, das nur von einem überlegenen, über der Materie stehenden Verstand erschaffen werden kann. Mit anderen Worten: Sie sieht überall in der materiellen Welt die offenkundigen Beweise für die Existenz und Herrschaft Gottes.
Die konservative und fanatische Haltung der Materialisten
Natürlich steht es jedem, der eine bestimmte Meinung vertritt, frei zu prüfen, ob seine Meinung durch wissenschaftliche Wahrheiten bestätigt wird oder nicht, und dazu wissenschaftliche Forschungen durchzuführen. Ein Mensch kann zum Beispiel vortreten und behaupten, die Erde sei flach, und zu diesem Thema forschen. Entscheidend ist aber, wie diese Person die wissenschaftlichen Ergebnisse bewerten wird, auf die sie stößt. In den wissenschaftlichen Fakten wird sie auf unzählige Beweise dafür stoßen, dass die Erde kugelförmig ist. In diesem Fall muss diese Person gerecht handeln, die Wahrheit anerkennen und von ihrer früheren Behauptung ablassen.
Dasselbe gilt auch für den Materialismus. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass die Materie kein absolutes Sein ist, sondern einen Anfang hat. Außerdem hat sie gezeigt, dass es in der Materie ein außergewöhnliches Design gibt. Auch die materialistischen Wissenschaftler, die die Materie untersuchen, sind Zeugen geworden, dass ihre Theorien nicht stimmen und dass die Wahrheit genau das Gegenteil dessen ist, woran sie glauben.

Interessant ist jedoch, dass die betreffenden Personen blind am Materialismus hängen und beharrlich darauf bestehen, diesen „Glauben“ nicht aufzugeben. Richard Lewontin, ein berühmter Evolutionist mit materialistischer Weltanschauung und Professor für Genetik an der Harvard University, gesteht dieses fanatische materialistische Verhalten folgendermaßen ein:
„Wir haben einen Glauben an den Materialismus; dies ist ein Glaube ‚a priori‘ (im Voraus angenommen, für wahr gehalten). Es sind nicht die Methoden und Gesetze der Wissenschaft, die uns zwingen, eine materialistische Erklärung der Welt zu geben. Im Gegenteil: Aufgrund unserer apriorischen Bindung an den Materialismus konstruieren wir Forschungsmethoden und Begriffe, die eine materialistische Erklärung der Welt liefern. Da der Materialismus absolut wahr ist, dürfen wir nicht zulassen, dass eine göttliche Erklärung die Bühne betritt.“44
Lewontin spricht die Denkweise aller Materialisten offen aus. Wie er in diesen Worten mitteilt, eignen sich die Materialisten zuerst die materialistische Ideologie an und suchen dann nach Informationen, die diese Ideologie bestätigen. Das heißt, der Materialismus ist nicht ein Ergebnis, zu dem sie durch wissenschaftliche Forschung gelangt sind, sondern ein falsches Urteil, das sie der Wissenschaft aufzuzwingen versuchen.
Dieselbe Lage lässt sich auch in der Denkweise eines anderen Evolutionisten erkennen. Der bekannte Evolutionist Robert Shapiro brachte in seinem Buch „Origins: A Skeptic’s Guide to the Creation of Life on Earth“ (Ursprünge: Ein Leitfaden eines Skeptikers zur Erschaffung des Lebens auf der Erde) seine Treue zur Evolutionstheorie folgendermaßen zum Ausdruck:
„Und unter ihnen gibt es solche, die dir zuhören. Doch Wir haben auf ihre Herzen Hüllen gelegt, damit sie ihn (den Quran) nicht verstehen, und in ihre Ohren Taubheit. Selbst wenn sie jedes Zeichen sähen, würden sie doch nicht daran glauben, ja, wenn sie zu dir kommen, streiten sie mit dir. Diejenigen, die ungläubig sind, sagen: ‚Das sind nichts als Legenden, die sich die Früheren ausgedacht haben!‘“ (Sure 6:25, al-An’am)
„Eines Tages in der Zukunft könnten alle vernünftigen chemischen Experimente zeigen, dass der mögliche Ursprung des Lebens insgesamt falsch ist. Ebenso könnten neue geologische Beweise ein plötzliches Auftreten des Lebens auf der Erde zeigen. Schließlich könnten wir das ganze Universum erkunden und anderswo keine Spur von Leben oder einem Prozess finden, der zu Leben führt. In einer solchen Lage könnten sich einige Wissenschaftler der Religion zuwenden, um eine Antwort zu finden. Andere aber, mich eingeschlossen, werden versuchen, unter den vorhandenen, weniger wahrscheinlichen wissenschaftlichen Erklärungen nach einer möglichen zu suchen, um sie auszuwählen und vorzubringen.“45
Was Shapiro meint, wenn er sagt: „Wir werden weiter nach einer wissenschaftlichen Erklärung suchen“, ist in Wirklichkeit eine „materialistische Erklärung“. Diese blinde Bindung an den Materialismus treibt Shapiro und Tausende von Menschen wie ihn in eine fanatische Leugnung. Was sie in Wirklichkeit sagen wollen, ist der Satz: „Welche Beweise wir auch sehen, wir werden nicht an Gott glauben.“
Interessanterweise ist diese Täuschung nicht nur den Materialisten unserer Zeit eigen. Gott gibt im Quran wichtige Informationen über solche Menschen, die sich beharrlich in der Leugnung zeigen. So haben zum Beispiel die Ägypter, die angesichts der vielen Wunder, die ihnen gezeigt wurden, zum Propheten Moses Folgendes sagten, denselben Charakter wie die heutigen Materialisten:
„Welches Zeichen du uns auch bringst, um uns damit zu verzaubern, wir werden dir nicht glauben!“ (Sure 7:132, al-A’raf)
In anderen Versen spricht Gott folgendermaßen von solchen Menschen:
„Und unter ihnen (den Götzendienern) gibt es solche, die dir zuhören. Doch Wir haben auf ihre Herzen Hüllen gelegt, damit sie ihn nicht verstehen, und in ihre Ohren Taubheit. Selbst wenn sie jedes Zeichen sähen, würden sie doch nicht daran glauben. Ja, wenn sie zu dir kommen, streiten sie mit dir. Diejenigen, die ungläubig sind, sagen: ‚Das sind nichts als Legenden (Märchen) der Früheren!‘“ (Sure 6:25, al-An’am)
„Und sie schworen bei Gott ihren feierlichsten Eid, dass sie gewiss daran glauben würden, wenn ein Zeichen zu ihnen käme. Sag: ‚Die Zeichen sind allein bei Gott.‘ Woher wollt ihr wissen, dass sie nicht glauben werden, selbst wenn ein Zeichen (ein Wunder) zu ihnen kommt?“ (Sure 6:109, al-An’am)
