Der Quran zeigt der Wissenschaft den Weg: Die Religion spornt die Wissenschaft an
Inhalt
- Einleitung
- Intelligentes Design, das heißt Schöpfung
- Die Religion spornt die Wissenschaft an
- Die Religion sorgt für die richtige Ausrichtung der Wissenschaft
- Religion und Wissenschaft stehen stets im Einklang miteinander
- Die wissenschaftlichen Wunder des Quran
- Gläubige Wissenschaftler
- Gläubige Wissenschaftler der Vergangenheit
- Weitere gläubige Wissenschaftler der Vergangenheit
- Gläubige Wissenschaftler unserer Zeit
- Muslimische Wissenschaftler
- Weitere gläubige Wissenschaftler unserer Zeit
- Fazit
- Anmerkungen

Der Islam ist eine Religion des Verstandes und des Gewissens. Mit seinem Verstand sieht der Mensch die Wahrheiten, die Gott kundgetan hat, und indem er sein Gewissen gebraucht, zieht er aus dem Gesehenen seine Schlüsse. Ein Mensch mit Verstand und Gewissen etwa begreift, selbst wenn er keinerlei Vorkenntnisse besitzt und obwohl sein Wissen begrenzt ist, durch die Betrachtung der Eigenschaften irgendeines Wesens im Universum, dass es von einem Besitzer überlegenen Verstandes, Wissens und überlegener Macht erschaffen wurde. Schon einige wenige der Tausenden von Bedingungen zu sehen, die für die Entstehung von Leben auf der Erde notwendig sind, genügt ihm, um zu verstehen, dass die Erde ein Planet ist, der eigens dafür erschaffen wurde, dass Menschen auf ihm leben können. Dieser Mensch mit Verstand und Gewissen begreift mühelos, dass die Behauptung, die Welt sei zufällig entstanden, unlogisch ist. Kurz gesagt: Jeder Mensch, der nachdenkt, indem er seinen Verstand und sein Gewissen gebraucht, kann die Beweise für Gottes Existenz deutlich sehen. Über diese Menschen teilt Gott in einem Vers Folgendes mit:
„Die Gottes gedenken im Stehen, im Sitzen und im Liegen und über die Erschaffung der Himmel und der Erde nachdenken: ‚Unser Herr, Du hast dies nicht umsonst erschaffen! Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Strafe des Höllenfeuers!‘“ (Sure 3:191, Al Imran)
Deshalb ruft Gott die Menschen im Quran dazu auf, über die Beweise der Schöpfung, die sie umgeben, nachzudenken und sie zu erforschen. Jeder Mensch, der die Systeme im gesamten Universum, die belebten und unbelebten Wesen betrachtet, über das Gesehene nachdenkt und es erforscht, wird beginnen, Gottes überlegenen Verstand, Sein Wissen und Seine unendliche Macht zu erkennen. Einige der Themen, über die nachzudenken Gott die Menschen aufruft, werden in den Versen so genannt:
„Schauen sie denn nicht zum Himmel über sich, wie Wir ihn erbaut und geschmückt haben und dass er keine Risse hat? Und die Erde haben Wir ausgebreitet und darauf festgegründete Berge gesetzt und auf ihr von jeder schönen Art (Pflanzen) wachsen lassen – zur Einsicht und Ermahnung für jeden Diener, der sich (seinem Herrn) reumütig zuwendet. Und Wir haben vom Himmel gesegnetes Wasser herabgesandt und damit Gärten und Korn zum Ernten wachsen lassen und hochragende Dattelpalmen mit übereinander gereihten Fruchtständen.“ (Sure 50:6-10, Qaf)

Für jeden denkenden Menschen mit Verstand und Gewissen sind die Beweise für die Existenz Gottes, des erhabenen Schöpfers, im Universum deutlich zu sehen.
„Er ist es, der sieben Himmel in Schichten übereinander erschaffen hat. Du siehst in der Schöpfung des Allerbarmers kein Missverhältnis. So wende den Blick zurück: Siehst du irgendeinen Riss?“ (Sure 67:3, al-Mulk)
„So soll der Mensch doch betrachten, woraus er erschaffen wurde!“ (Sure 86:5, at-Tariq)
„Schauen sie denn nicht auf die Kamele, wie sie erschaffen wurden? Und auf den Himmel, wie er emporgehoben wurde? Und auf die Berge, wie sie aufgerichtet wurden?“ (Sure 88:17-20, al-Ghaschiya)
Wie aus den obigen Versen hervorgeht, ruft Gott die Menschen dazu auf, Themen wie den Himmel, den Regen, die Pflanzen, die Tiere, die Geburt und geografische Eigenschaften zu untersuchen und zu erforschen. Einer der Wege, all diese Wesen zu erforschen und zu untersuchen, ist, wie wir eingangs schon erwähnt haben, die Wissenschaft. Die durch wissenschaftliche Forschungen gewonnenen Erkenntnisse machen die Menschen mit den Geheimnissen der Schöpfung und mit Gottes unendlichem Wissen, Seinem Verstand und Seiner Macht bekannt. Das ist auch der Grund, warum die Mehrheit der Wissenschaftler, die der Menschheit im Laufe der Geschichte große Dienste erwiesen haben, gottgläubige, religiöse Menschen waren: Die Wissenschaft ist ein Weg, Gottes Macht zu würdigen ...

„Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde aus dem Nichts.“ (Sure 42:11, asch-Schura)
Der Glaube an Gott verleiht Wissenschaftlern große Begeisterung und Leidenschaft
Wie wir oben erwähnt haben, ermutigt die Religion zur Wissenschaft, und Menschen mit Verstand und Gewissen, die sich mit Wissenschaft beschäftigen, besitzen zugleich einen starken Glauben, weil sie die Beweise für Gottes Existenz aus nächster Nähe bezeugen. Denn diese Menschen begegnen bei jeder Forschung, bei jeder neuen Entdeckung einem vollkommenen System, einem makellosen Detail, das Gott erschaffen hat.
Ein Wissenschaftler, der das Auge untersucht, begreift zum Beispiel allein schon beim Anblick des komplexen Systems im menschlichen Auge, dass es niemals durch Zufälle und schrittweise entstanden sein kann. Betrachtet er es noch etwas genauer, so wird er Zeuge, dass jedes Detail, aus dem das Auge besteht, eine wunderbare Erschaffenheit besitzt. Er sieht, dass das Auge aus Dutzenden einzelner, aufeinander abgestimmter Teile besteht, und seine Bewunderung für Gott, der es erschaffen hat, wächst um ein Vielfaches.
Ebenso sieht sich ein Wissenschaftler, der das Universum erforscht, auf einen Schlag Tausenden von wunderbaren Gleichgewichten gegenüber.

Dass in dem unermesslichen Weltraum, dessen Grenzen sich unmöglich bestimmen lassen, Milliarden von Galaxien und in diesen Galaxien Milliarden von Sternen in großer Harmonie existieren, erfüllt ihn mit großem Forscherdrang.

Infolgedessen ist ein gläubiger Mensch äußerst begierig und entschlossen, wissenschaftliche Forschungen zu betreiben und die Geheimnisse des Universums zu ergründen. Albert Einstein, der als das größte Genie unserer Zeit gilt, beschrieb in einer seiner Schriften diese anspornende Kraft, die gläubige Wissenschaftler aus der Religion schöpfen, folgendermaßen:
„Ich bin der Überzeugung, dass das kosmische religiöse Gefühl die stärkste und tiefste Triebfeder wissenschaftlicher Forschung ist. Zweifellos haben diejenigen es am stärksten empfunden, die dieses Gefühl als Erste mit ihrem wissenschaftlichen Denken verbunden haben. Den Bau des Universums wissenschaftlich und vernünftig zu begreifen, gibt dem Menschen das tiefste Glaubensgefühl. Die Auffassung vom Universum, zu der sie nach jahrelanger Arbeit gelangten, schenkte Kepler und Newton solch tiefe Empfindungen. Wer sich nur mit der praktischen Seite der wissenschaftlichen Forschung begnügt, hat in dieser Frage immer und überall falsche Erklärungen abgegeben. Dieses Gefühl und diese Eingebung aber erfüllen die Herzen der Menschen, die ihr Leben ganz der wissenschaftlichen Forschung gewidmet haben, und gerade solche Menschen setzen ihre Forschungen trotz tausenderlei Schwierigkeiten fort. Sie schöpfen diese Kraft aus dem religiösen Gefühl. Ein Zeitgenosse hat sehr richtig gesagt: In unserer materialistischen Zeit sind es diejenigen, die als Erste den Weg der positiven Wissenschaft erforscht haben, die das tiefste religiöse Gefühl empfinden.“1 Johannes Kepler sagte, er beschäftige sich mit der Wissenschaft, um die Freude an den Werken des Schöpfers zu genießen, und Isaac Newton, der als einer der größten Wissenschaftler der Geschichte gilt, sagte, der Grund für seine wissenschaftlichen Forschungen sei der Wunsch, Gott zu finden und zu erkennen.

Diese Worte stammen nur von einigen wenigen der bekanntesten Wissenschaftler der Weltgeschichte. Diese Männer und Hunderte weiterer Wissenschaftler wie sie, die wir in den folgenden Abschnitten betrachten werden, sind Menschen, die durch die Erforschung des Universums an die Existenz Gottes glaubten und, beeindruckt von den Gesetzen und Vorgängen, die Gott in Herrlichkeit erschaffen hat, noch mehr entdecken wollten.
Wie man sieht, war der Wunsch zu sehen, wie Gott das Universum erschaffen hat, in der Geschichte für viele Wissenschaftler die größte Quelle der Motivation. Denn ein Mensch, der begreift, dass das Universum und die Lebewesen erschaffen wurden, versteht zugleich, dass dieser Schöpfung ein Zweck zugrunde liegt. Ein Zweck aber bringt natürlich Sinn hervor. Der Wunsch, diesen Sinn zu begreifen, seine Beweise zu finden und seine Einzelheiten zu erforschen, verleiht der wissenschaftlichen Arbeit große Kraft. Wird hingegen die Wahrheit geleugnet, dass das Universum und die Lebewesen erschaffen wurden, so verschwindet auch dieser Sinn. Ein Wissenschaftler zum Beispiel, der an die materialistische Philosophie und den Darwinismus glaubt, wird annehmen, dass es im Universum keinerlei Zweck gibt und alles das Produkt blinder Zufälle ist. In diesem Fall hat auch die Erforschung des Universums und der Lebewesen keinen wirklichen Sinn mehr. Einstein drückte diese Wahrheit so aus: „Geht das religiöse Gefühl verloren, wird die Wissenschaft zu einem Experiment ohne Inspiration.“2
In diesem Fall ist das einzige Ziel, das ein Wissenschaftler anstreben wird, durch eine Entdeckung berühmt zu werden, in die Geschichte einzugehen oder viel Geld zu verdienen. Diese Ziele aber können ihn von Aufrichtigkeit und wissenschaftlicher Redlichkeit abbringen. Kommt er etwa auf der Grundlage wissenschaftlicher Entdeckungen zu einem Ergebnis, das der in der Wissenschaftswelt herrschenden Ansicht widerspricht, sieht er sich aus Angst, sein Ansehen zu verlieren, getadelt und gedemütigt zu werden, gezwungen, es zu verbergen.

Dass die Evolutionstheorie lange Zeit in der Wissenschaftswelt anerkannt war, ist ein Beispiel für diese Unaufrichtigkeit. In Wirklichkeit sehen und verstehen viele Wissenschaftler, die mit wissenschaftlichen Fakten konfrontiert werden, dass die Evolutionstheorie unfähig ist, das Leben zu erklären, sprechen es aber allein deshalb nicht aus, weil sie keinem Druck ausgesetzt werden wollen. Der englische Physiker H. S. Lipson sagt dazu:
„Wir wissen über die Lebewesen weit mehr, als Darwin wusste. Wir wissen zum Beispiel, wie die Nerven funktionieren, und meiner Meinung nach ist jeder Nerv, vom Standpunkt der Elektrotechnik aus betrachtet, ein Meisterwerk. In unserem Organismus gibt es Milliarden davon ... In diesem Fall ist das Wort, das mir in den Sinn kommt, ‚Design‘. Meine Biologenkollegen aber mögen dieses Wort ganz und gar nicht.“3

Sie wollen, dass das Wort „Design“, das die Schöpfung zum Ausdruck bringt, allein deshalb aus der wissenschaftlichen Literatur entfernt wird, weil sie dieses Wort nicht mögen, und sehr viele Wissenschaftler beugen sich dieser dogmatischen Weltanschauung. Lipson erklärt diese Wahrheit folgendermaßen:
„In der Tat ist die Evolution gewissermaßen zu einer ‚wissenschaftlichen Religion‘ geworden; fast alle Wissenschaftler haben sie akzeptiert, und viele sind sogar bereit, ihre Beobachtungen zu verbiegen, damit sie zu ihr passen.“4
Diese widersprüchliche Lage ist eine Folge der Täuschung einer „Wissenschaft ohne Religion“, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Wissenschaftswelt zu beherrschen begann. Wie Einstein sagte: „Wissenschaft ohne Religion ist lahm.“5 Deshalb hat diese Täuschung die Wissenschaftswelt einerseits auf falsche Ziele gelenkt und andererseits Wissenschaftler hervorgebracht, die gleichgültig bleiben, obwohl sie die Falschheit dieser Ziele erkennen. Die erste dieser beiden Auswirkungen werden wir auf den folgenden Seiten ausführlich betrachten.
Der Dienstwille gläubiger Wissenschaftler
Da Wissenschaftler, die an die Existenz und Größe Gottes glauben, keine weltlichen Begierden wie Rang, Stellung, Ruhm oder Geld haben, sind auch ihre Bemühungen in der wissenschaftlichen Forschung äußerst aufrichtig. Diese Menschen wissen, dass jedes Geheimnis des Universums, das sie entdecken, allen Menschen Gott näherbringen und ihnen Gottes unendliche Macht und Sein Wissen zeigen wird. Den Menschen die Existenz Gottes zu erklären und sie mit der Wahrheit der Schöpfung bekannt zu machen, ist für einen gläubigen Menschen zweifellos ein wichtiger Gottesdienst.

Eben deshalb leisten gläubige Wissenschaftler, die diese aufrichtigen Gedanken hegen, ihr ganzes Leben lang mit großer Begeisterung bedeutende Arbeit, um die Gesetze im Universum, die wunderbaren Systeme in der Natur, die makellosen Mechanismen und das intelligente Verhalten der Lebewesen zu entdecken. Aus ihrer Arbeit gewinnen sie äußerst nützliche Ergebnisse und erzielen große Fortschritte. Schwierigkeiten auf diesem Weg zwingen sie nicht zum Rückzug, und selbst wenn sie von den Menschen keine Gegenleistung erhalten, verlieren sie nicht ihren Eifer. Denn mit dem, was sie tun, verfolgen sie einzig das Ziel, Gottes Wohlgefallen zu erlangen.
Diejenigen hingegen, die meinen, die Wissenschaft werde sich fern der Religion entwickeln, irren zweifellos sehr. Vor allem können Menschen, die nicht an Gott glauben, die geistige Begeisterung, die der Glaube verleiht, nicht erleben. Vielleicht werden ihnen die wissenschaftlichen Forschungen, die sie anfangs mit großer Leidenschaft begonnen haben, nach einiger Zeit wie gewöhnliche, eintönige Vorgänge erscheinen. Das Lebensziel von Menschen, die so denken, besteht darin, in kurzer Zeit Vorteile zu erlangen, die an das diesseitige Leben gebunden sind. Deshalb arbeiten diese Menschen um weltlicher Begierden wie Geld, Stellung, Ruhm und Ansehen willen. Ein Wissenschaftler etwa, der so denkt und an der Universität Karriere machen will, wird nur auf Gebieten arbeiten, die ihn in eine höhere Stellung bringen. Selbst wenn es um eine Frage geht, von der er glaubt, dass sie den Menschen nützen könnte, wird er auf einem Gebiet, auf dem er für seinen eigenen Vorteil nichts gewinnt, keine Forschung betreiben. Stehen ihm zwei Forschungsthemen zur Auswahl, wird er abwägen, welches der beiden ihm mehr materiellen Gewinn, Ansehen und Stellung einbringt, und sich von dem anderen abwenden, selbst wenn er weiß, dass es für die Menschen zu einem nützlicheren Ergebnis führen würde. Kurz gesagt: Solche Menschen bemühen sich nicht, Menschen, die ihnen keinen Vorteil bringen, zu nützen und ihnen zu dienen. Fällt die Aussicht auf Vorteil weg, verschwindet auch ihre Entschlossenheit zu arbeiten.
Die Begeisterung und Leidenschaft hingegen, die ein Mensch erlebt, der an Gott glaubt, eröffnet den Menschen nicht nur auf dem Gebiet der Wissenschaft, sondern auch in vielen weiteren Tätigkeitsfeldern wie Kunst und Kultur weite Möglichkeiten und hält an, ohne je zu versiegen, ja, sie nimmt sogar noch zu.