Antwort auf die Behauptung, Prophet Muhammad habe die Kriegsverse geschrieben, um Macht und Herrschaft zu erlangen
Als der Prophet seinem Volk mitteilte, dass er ein Gesandter sei, und mit der Verkündigung der Verse begann, sahen ihn die Vornehmen seines Volkes in einem Zustand der „Verwirrung, Verirrung, geistigen Unzulänglichkeit“; und sie sagten, auch die, die ihm folgten, seien von geringem Verstand. Sie lehnten es ab, dem Propheten zu folgen, und führten als Begründung ihre Treue zu den von ihren Vorfahren erlernten Traditionen an. Was befahl ihnen die Religion ihrer Vorfahren, und wovon hielt Prophet Muhammad sie ab?
Im Götzendiener-System war die Vielehe legitim. Prophet Muhammad hingegen setzte den Ehen eine Grenze und empfahl die Einehe. Im Götzendiener-System wurden Mädchen lebendig begraben. Prophet Muhammad hingegen verbot das Begraben der Mädchen. Die Götzendiener hatten Sklaven. Prophet Muhammad hingegen sagte, wer den Islam wähle, sei dem anderen gleich, die Überlegenheit richte sich nicht nach Rasse oder Abstammung, sondern nach der Takwa. Und er verkündete, dass die Sklaven in den Händen der Götzendiener freigelassen werden sollten, indem man ihren Besitzern ihren Preis gebe. Er teilte mit, dass Sklave und Herr im Islam denselben Status haben…
Selbstverständlich stellte die von Prophet Muhammad verkündete Religion das System der Götzendiener auf den Kopf. Deshalb begann man, auf den Propheten und die, die bei ihm waren, materiellen und seelischen Druck auszuüben. Aus diesem Grund waren die Gläubigen gezwungen auszuwandern. Doch die Angriffe gingen weiter, und als ihr Leben und ihr Besitz in Gefahr gerieten und die Gegenseite den Krieg eröffnete, wurde es zum Recht, zur Verteidigung zu kämpfen.
Denen, gegen die Krieg eröffnet wurde (den Gläubigen), wurde wegen des ihnen zugefügten Unrechts (zu kämpfen) erlaubt. (Sure Al-Hadsch, 39)
Prophet Muhammad hat nicht, wie die Atheisten behaupten, gekämpft, um Macht und Herrschaft zu erlangen oder den Islam mit Gewalt durchzusetzen. Gegen den Druck, der wegen seiner Überzeugung auf ihn ausgeübt wurde, war er gezwungen zu kämpfen, um sein Leben und seinen Besitz zu verteidigen. So heißt es zum Beispiel in dem von den Atheisten oft zur Sprache gebrachten Vers 5 der Sure At-Tauba: Die Götzendiener, die den Vertrag gebrochen und die Gläubigen getötet haben, könnt auch ihr töten, wenn die verbotenen Monate vorüber sind. Doch wenn sie um Schutz bitten, gewährt ihnen Schutz und geleitet sie in Sicherheit an den Ort, zu dem sie gehen werden, heißt es. Hätte Prophet Muhammad den Koran geschrieben, hätte er dann gesagt: Wenn der Götzendiener, der soeben ihm und den Gefährten nach Leben, Besitz und Ehre getrachtet hat, um Vergebung bittet, vergebt ihm und bringt ihn in Sicherheit bis zu seinem Haus? Wäre dieser Befehl dem Nefs nicht schwergefallen und hätte er nicht zur Auflehnung geführt?
Außerdem sagt Allah in den Versen 101 und 102 der Sure An-Nisa: Kürzt in Kriegszeiten das Gebet auf die Hälfte, verrichtet es abwechselnd. Hätte jemand, dessen Absicht es ist, Macht zu erlangen, den Koran selbst geschrieben, hätte er dann nicht einen Vers verkündet, der das Gebet in Kriegszeiten aufschiebt? Warum sollte er sein eigenes Leben und das der Gläubigen bei ihm in Gefahr bringen?