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AZTRENDEFRESNLRUITSQBSROKYDA

War die Sintflut Noahs eine lokale Katastrophe?

Diejenigen, die die Existenz der Sintflut Noahs leugnen, führen als Beleg für diese Behauptung an, dass eine weltweite Sintflut unmöglich sei. Außerdem bringen sie die Behauptung, dass eine solche Sintflut nicht stattgefunden habe, auch vor, damit sie ihrer Leugnung als Begründung dient.

Dabei wird im edlen Koran, dem einzigen von Allah herabgesandten und unverfälschten heiligen Buch, das Ereignis der Sintflut ganz anders erzählt als in der Tora und in den Sintflutlegenden, von denen in verschiedenen Kulturen die Rede ist. Die verfälschte Tora, welche die ersten fünf Bücher des Alten Testaments bildet, sagt, dass diese Sintflut universal war und die ganze Welt umfasste. Im Koran hingegen wird eine solche Information nicht gegeben, im Gegenteil, aus den betreffenden Versen geht hervor, dass die Sintflut örtlich begrenzt war und nicht die ganze Welt, sondern das von Prophet Noah gewarnte und in Furcht versetzte Volk Noahs bestraft wurde.

Betrachtet man die Sintfluterzählungen der Tora und des Korans, lässt sich dieser Unterschied leicht erkennen. Die Tora, die im Lauf der Geschichte verschiedenen Verfälschungen und Hinzufügungen ausgesetzt war, erklärt den Beginn der Sintflut folgendermaßen:

Und der Herr sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und die Gedanken und Einbildungen seines Herzens jeden Tag nur böse waren. Und der Herr bereute, den Menschen auf der Erde gemacht zu haben, und empfand Schmerz in seinem Herzen. Und der Herr sprach: Den Menschen, den ich erschaffen habe, und die Tiere, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels werde ich vom Angesicht des Erdbodens tilgen; denn ich bereue, sie gemacht zu haben. Noah aber fand Gnade in den Augen des Herrn. (Genesis, 6:5-8)

Im Koran hingegen wird mitgeteilt, dass nicht die ganze Welt, sondern nur das Volk Noahs vernichtet wurde. Genau wie Prophet Hud, der zum Volk der Ad gesandt wurde (Sure Hud, 50), oder Prophet Salih, der zum Volk der Thamud gesandt wurde (Sure Hud, 61), und die anderen Propheten wurde auch Prophet Noah nur zu seinem eigenen Volk gesandt, und die Sintflut hat auch das Volk Noahs ausgelöscht:

وَلَقَدْ أَرْسَلْنَا نُوحًا إِلَىٰ قَوْمِهِۦٓ إِنِّى لَكُمْ نَذِيرٌ مُّبِينٌ أَن لَّا تَعْبُدُوٓا۟ إِلَّا ٱللَّهَ إِنِّىٓ أَخَافُ عَلَيْكُمْ عَذَابَ يَوْمٍ أَلِيمٍ

Wahrlich, Wir sandten Noah zu seinem Volk. Er sagte (zu ihnen): ‚Ich bin für euch nur ein offenkundiger Warner und Furchteinflößender. Dient niemandem außer Allah. Ich fürchte für euch die Strafe eines schmerzhaften Tages (der kommen wird).‘ (Sure Hud, 25-26)

Vernichtet wurde das Volk, das nicht auf die Verkündigung des Propheten Noah hörte und in der Auflehnung verharrte. Die Verse zu diesem Thema sind in einer eindeutigen Darstellung erklärt:

فَكَذَّبُوهُ فَأَنجَيْنَٰهُ وَٱلَّذِينَ مَعَهُۥ فِى ٱلْفُلْكِ وَأَغْرَقْنَا ٱلَّذِينَ كَذَّبُوا۟ بِـَٔايَٰتِنَآ إِنَّهُمْ كَانُوا۟ قَوْمًا عَمِينَ

Sie erklärten ihn für einen Lügner. Da retteten Wir ihn und diejenigen, die mit ihm im Schiff waren, und diejenigen, die Unsere Verse für Lüge hielten, ertränkten Wir im Wasser. Denn sie waren ein blindes Volk. (Sure Al-A’raf, 64)

فَأَنجَيْنَٰهُ وَٱلَّذِينَ مَعَهُۥ بِرَحْمَةٍ مِّنَّا وَقَطَعْنَا دَابِرَ ٱلَّذِينَ كَذَّبُوا۟ بِـَٔايَٰتِنَا وَمَا كَانُوا۟ مُؤْمِنِينَ

So retteten Wir ihn und diejenigen, die mit ihm waren, durch eine Barmherzigkeit von Uns. Und diejenigen, die Unsere Verse für Lüge hielten und nicht glaubten, rotteten Wir mit der Wurzel aus. (Sure Al-A’raf, 72)

Außerdem teilt Allah im Koran mit, dass kein Volk vernichtet wird, solange nicht ein Gesandter zu ihm geschickt worden ist. Für die Vernichtung ist es notwendig, dass zu dem Volk ein Warner und Furchteinflößender gekommen ist und dieser Warner für einen Lügner erklärt wurde. In der Sure Al-Qasas spricht Allah folgendermaßen:

وَمَا كَانَ رَبُّكَ مُهْلِكَ ٱلْقُرَىٰ حَتَّىٰ يَبْعَثَ فِىٓ أُمِّهَا رَسُولًا يَتْلُوا۟ عَلَيْهِمْ ءَايَٰتِنَا وَمَا كُنَّا مُهْلِكِى ٱلْقُرَىٰٓ إِلَّا وَأَهْلُهَا ظَٰلِمُونَ

Dein Herr vernichtet die Städte nicht, solange Er nicht in die ‚Hauptsiedlungszentren‘ einen Gesandten geschickt hat, der ihnen Unsere Verse vorträgt. Und Wir vernichten nur solche Städte, deren Bewohner Unrecht tun. (Sure Al-Qasas, 59)

Im Koran wird mitgeteilt, dass ein Volk, zu dem kein Warner gesandt wurde, nicht vernichtet wird. Prophet Noah, der ein Warner ist, wurde aber nur zu seinem eigenen Volk gesandt. Aus diesem Grund hat Allah nicht die Völker, zu denen kein Warner gesandt worden war, sondern nur das Volk des Propheten Noah vernichtet.

Aus diesen Aussagen im Koran geht hervor, dass die Sintflut Noahs keine die ganze Welt bedeckende, sondern eine örtlich begrenzte Katastrophe war. Außerdem zeigen auch die Ausgrabungen in dem archäologischen Gebiet, in dem die Sintflut vermutlich stattfand – und die wir gleich untersuchen werden –, dass die Sintflut kein universales, die ganze Welt bedeckendes Ereignis war, sondern eine sehr ausgedehnte Katastrophe, die einen Teil Mesopotamiens erfasste.

Im edlen Koran wird mitgeteilt, dass das Schiff nach der Sintflut auf „Cudi“ aufsetzte. Dieses Wort, das fruchtbarer, ertragreicher Ort bedeutet, ist für die Sintflutforscher sehr wichtig, denn es ist ein Hinweis sowohl darauf, dass die Sintflut regional war, als auch darauf, dass der Ort, an dem das Schiff stehen blieb, kein sehr hoher Berg wie der Ararat war. Cudi muss ein Ort sein, an dem man nach der Sintflut wohnen konnte, der für den Ackerbau geeignet war, an dem es Wassereinzugsgebiete gab und der alle Siedlungsbedingungen bot.

Wurden alle Tiere ins Schiff genommen?

Die Ausleger der Bibel glauben, dass Prophet Noah alle Tierarten der Erde ins Schiff nahm und die Nachkommenschaft der Tiere dank Prophet Noah vor dem Aussterben gerettet wurde. Diesem Glauben zufolge wurden alle Tiere der Erde versammelt und im Schiff untergebracht.

Diejenigen, die diese Behauptung verteidigen, geraten natürlich in vielerlei Hinsicht in große Schwierigkeiten. Fragen wie die, wie die ins Schiff genommenen Tierarten ernährt wurden, wie sie im Schiff gestapelt wurden, wie sie voneinander isoliert wurden, lassen sich natürlich nicht beantworten. Mehr noch, es ist auch fraglich, wie die für verschiedene Kontinente typischen Tiere eingesammelt wurden; wie die Säugetiere an den Polen, die Kängurus in Australien oder die für Amerika typischen Bisons. Außerdem folgen auch Fragen aufeinander wie die, wie die für den Menschen äußerst gefährlichen giftigen Tiere wie Schlangen und Skorpione und die wilden Tiere gefangen wurden und wie diese bis zur Sintflut außerhalb ihrer natürlichen Umgebung am Leben gehalten werden konnten.

Doch dies sind Darlegungen, die in der verfälschten Tora stehen und für die sich keine Erklärung finden lässt. Im Koran hingegen gibt es keine Aussage darüber, dass alle Tierarten der Erde ins Schiff genommen wurden. Wie wir zuvor dargelegt haben, ereignete sich die Sintflut in einem bestimmten Gebiet. Daher müssen die ins Schiff genommenen Tiere solche gewesen sein, die in dem Gebiet lebten, in dem sich das Volk Noahs befand.

Es ist jedoch klar, dass nicht einmal alle nur in diesem Gebiet lebenden Tierarten zusammengebracht werden konnten. Es ist auch schwer vorstellbar, dass Prophet Noah und die Gläubigen, von denen es heißt, dass sie sehr wenige waren (Sure Hud, 40), aus Hunderten von Tierarten ihrer Umgebung Paare einsammelten. Von den Tieren in dem Gebiet, in dem sie lebten, wäre nicht einmal das Einsammeln allein der Insektenarten möglich; und das auch noch unter Unterscheidung von Männchen und Weibchen! Daher kann man annehmen, dass die eingesammelten Tiere Haustiere waren, die sich leicht fangen und beschützen ließen und vor allem den Menschen Nutzen brachten. Demnach hat Prophet Noah wahrscheinlich Tiere wie Kühe, Schafe, Pferde, Hühner, Hähne, Kamele und ähnliche ins Schiff genommen. Denn dies sind die grundlegenden Tiere, die für das neu aufzubauende Leben in dem Gebiet notwendig waren, das wegen der Sintflut seine Lebendigkeit weitgehend verloren hatte.

Der wichtige Punkt ist hier folgender: Eine der Weisheiten in dem Befehl Allahs an Prophet Noah, die Tiere einzusammeln, kann eher als die Bewahrung der Nachkommenschaft der Tiere das Einsammeln der Tiere gewesen sein, die für das nach der Sintflut aufzubauende neue Leben notwendig waren. Denn da die Sintflut lokal war, kann von einem Aussterben der Tierarten keine Rede sein. Nach der Sintflut würden ja ohnehin mit der Zeit Tiere aus anderen Gebieten in dieses Gebiet einwandern und es zu seiner früheren Lebendigkeit zurückführen. Wichtig ist das Leben, das unmittelbar nach der Sintflut in dem Gebiet aufgebaut werden sollte, und die eingesammelten Tiere müssen im Grunde zu diesem Zweck eingesammelt worden sein.

Wie hoch stiegen die Wasser?

Eine weitere Debatte über die Sintflut betrifft die Frage, ob die Wasser so hoch stiegen, dass sie die Berge bedeckten. Bekanntlich wird im Koran mitgeteilt, dass das Schiff nach der Sintflut auf „Cudi“ aufsetzte. Das Wort „Cudi“ wird manchmal als Eigenname eines Berges aufgefasst, dabei bedeutet das Wort im Arabischen „höher gelegener Ort, Hügel“. Folglich darf nicht außer Acht gelassen werden, dass „Cudi“ im Koran möglicherweise nicht als Eigenname eines Berges, sondern nur zur Aussage verwendet wurde, dass das Schiff an einem höher gelegenen Platz aufsetzte. Außerdem lässt sich aus dieser Bedeutung des Wortes cudi auch ableiten, dass die Wasser eine bestimmte Höhe erreichten, aber dennoch nicht bis auf die Höhe der großen Berge stiegen. Das heißt, die Sintflut hat nicht, wie in der Tora erzählt wird, die ganze Erdoberfläche und alle Berge der Erde verschlungen, sondern muss nur ein bestimmtes Gebiet bedeckt haben.

WAS BEDEUTET DAS WORT CUDI

وَقِيلَ يَٰٓأَرْضُ ٱبْلَعِى مَآءَكِ وَيَٰسَمَآءُ أَقْلِعِى وَغِيضَ ٱلْمَآءُ وَقُضِىَ ٱلْأَمْرُ وَٱسْتَوَتْ عَلَى ٱلْجُودِىِّ وَقِيلَ بُعْدًا لِّلْقَوْمِ ٱلظَّٰلِمِينَ

Es wurde gesagt: ‚O Erde, verschlinge dein Wasser, und o Himmel, halte du ein.‘ Das Wasser ging zurück, die Sache wurde vollendet, (das Schiff) blieb auf Cudi stehen, und zu der Gemeinschaft der Ungerechten wurde gesagt: ‚Fern seien sie!‘ (Sure Hud, 44)

Die traditionellen Koranausleger befassten sich damit, dass das Wort „Cudi“ der Name eines Berges sein könnte, und suchten nach einem Berg namens Cudi. Davon ausgehend sagten sie, er könne im Hedschas, in Palästina und in Nordmesopotamien liegen. Eher die Ausleger der jüngeren Geschichte hingegen dachten, dass dieses Wort kein Eigenname sei, sondern ein Gattungsname im Sinne von „irgendein Berg“ sein könne.

Wenn das Wort „Cudi“, das auf den Ort hinweist, an dem das Schiff aufsetzte, nicht als Eigenname, sondern als Adjektiv angesehen wird, bedeutet es „fruchtbarer, ertragreicher Ort“. Dass das Wort eher in dieser Bedeutung als Ortsname verstanden wird, passt besser zur Darstellung im Koran, Prophet Noah (as) betet über den Ort, an dem sein Schiff aufsetzen soll, folgendermaßen: „Und sage: „Mein Herr, lass mich an einer gesegneten (fruchtbaren) Herberge absteigen, Du bist der Beste derer, die beherbergen.“ (Sure Al-Mu’minun 29)

Prophet Noah (as) wollte in seinem Gebet an einem fruchtbaren und gesegneten Ort landen, und Allah, der sein Gebet erhörte, ließ ihn auf Cudi – das heißt an einem fruchtbaren Ort – landen. (Sure Hud, 44)

Die Wörterbuchbedeutung des Wortes Cudi ist: Die Wurzel CVD bedeutet „fruchtbarer, ertragreicher, guter Ort“. Cudi wiederum ist ein Zugehörigkeitsadjektiv (nisbet sıfatı) von der Wurzel CUD. Dann verstärkt sich die Bedeutung „fruchtbarer, ertragreicher, guter Ort“, was sich im Vers mit dem Gebet „munzelen mübareken“ zu einer Einheit fügt. Die zwei Verse ergänzen einander. Das heißt, das Schiff des Propheten Noah (as) wurde nach der Sintflut an einem fruchtbaren und ertragreichen Ort niedergelassen, an dem sie Landwirtschaft treiben und ihre Tiere ernähren konnten. Wenn diese zwei Verse zusammen betrachtet werden, versteht man, dass das Wort Cudi kein Eigenname eines Ortes oder Berges, sondern ein Zugehörigkeitsadjektiv ist.
Daraus geht auch hervor, dass der Ort, an dem das Schiff auf Land aufsetzte, irgendeine Erhebung in der inneren Ebene im südlichen Teil der mesopotamischen Ebene sein kann.

Berge und Erhebungen, die mit dem Eigennamen „Cudi“ bezeichnet werden, gibt es zu Dutzenden in Mesopotamien, im Iran, in der Türkei und an vielen weiteren Orten. Statt einen Berg mit dem Namen Cudi zu suchen, passt es besser zur allgemeinen Darstellung im Koran, nach der von der Wurzel „CVD“ abgeleiteten Form zu suchen, also nach einer „Erhebung, die ein fruchtbarer, ertragreicher Ort, ein guter Ort ist“.

Der Ort der Sintflut Noahs

Als Ort, an dem die Sintflut Noahs stattfand, wird die mesopotamische Ebene angegeben. In diesem Gebiet entstanden die ältesten und am weitesten entwickelten Zivilisationen, die in der Geschichte bekannt sind. Außerdem bildet dieses Gebiet, weil es inmitten der Flüsse Tigris und Euphrat liegt, geographisch eine geeignete Grundlage für eine große Überschwemmung. Einer der Gründe, welche die Wirkung der Sintflut verstärkten, ist höchstwahrscheinlich, dass diese zwei Flüsse über ihre Betten traten und das Gebiet erfassten.

Ein zweiter Grund dafür, dass dieses Gebiet als der Ort angenommen wird, an dem die Sintflut stattfand, ist historischer Natur. In den Aufzeichnungen vieler Zivilisationen des Gebietes wurden zahlreiche Dokumente zutage gefördert, die von einer Sintflut berichten, die sich in derselben Periode ereignete. Diese Zivilisationen, die Zeugen der Vernichtung des Volkes Noahs waren, müssen das Bedürfnis verspürt haben, die Art und Weise und die Folgen dieser Katastrophe in historischen Aufzeichnungen festzuhalten. Bekannt ist auch, dass die Mehrheit der Legenden, die von der Sintflut erzählen, mesopotamischen Ursprungs ist. Am wichtigsten sind aber die archäologischen Funde. Diese zeigen, dass sich in diesem Gebiet tatsächlich eine große Überschwemmung ereignete. Diese Überschwemmung führte, wie wir ausführlich untersuchen werden, dazu, dass die Zivilisation in dem Gebiet für eine Weile zum Stillstand kam. Bei den durchgeführten Ausgrabungen wurden deutliche Spuren einer so großen Katastrophe unter der Erde hervorgeholt.

Wie aus den Ausgrabungen im Gebiet Mesopotamiens hervorgeht, war dieses Gebiet im Laufe der Geschichte viele Male mit Katastrophen konfrontiert, die infolge von Fluten und des Übertretens der Flüsse Tigris und Euphrat entstanden. Zum Beispiel wird ein Jahr aus der Zeit des İbbis, des Herrschers der großen Stadt Ur im äußersten Süden Mesopotamiens, um 2000 v. Chr., als „nach einer Sintflut, welche die Grenzen zwischen Himmel und Erde auslöschte“1 beschrieben. In den 1700er Jahren v. Chr., zur Zeit des Babyloniers Hammurabi, wird ebenfalls ein Jahr durch das Ereignis „Zerstörung der Stadt Eşnunna durch eine Flut“ beschrieben.

Im 10. Jahrhundert v. Chr. ereignete sich zur Zeit des Herrschers Nabumukinapal in der Stadt Babylon eine Überschwemmung.2 Auch im 7., 8., 10., 11. und 12. Jahrhundert n. Chr. kam es in dem Gebiet zu bedeutenden Überschwemmungen. Im 20. Jahrhundert geschah dies auch in den Jahren 1925, 1930 und 1954.3 Es zeigt sich, dass das Gebiet stets für eine Flutkatastrophe anfällig ist und, wie im Koran dargelegt, eine großflächige Flut offenkundig ein ganzes Volk vernichten kann.

WO LEBTE NOAH (AS)

قَالَ نُوحٌ رَّبِّ إِنَّهُمْ عَصَوْنِى وَٱتَّبَعُوا۟ مَن لَّمْ يَزِدْهُ مَالُهُۥ وَوَلَدُهُۥٓ إِلَّا خَسَارًا وَمَكَرُوا۟ مَكْرًا كُبَّارًا وَقَالُوا۟ لَا تَذَرُنَّ ءَالِهَتَكُمْ وَلَا تَذَرُنَّ وَدًّا وَلَا سُوَاعًا وَلَا يَغُوثَ وَيَعُوقَ وَنَسْرًا وَقَدْ أَضَلُّوا۟ كَثِيرًا وَلَا تَزِدِ ٱلظَّٰلِمِينَ إِلَّا ضَلَٰلًا

Noah: „Mein Herr, wahrlich, sie haben sich gegen mich aufgelehnt; sie sind denen gefolgt, deren Besitz und Kinder ihnen nichts als Verlust vermehren. Und sie haben ganz große listige Ränke geschmiedet. „Und sie sagten: Verlasst eure eigenen Götter nicht; verlasst weder Vedd noch Suva, weder Yeğus noch Ye’uk noch Nesr. So haben sie viele Menschen verwirrt und irregeführt. Und Du, vermehre diesen Ungerechten nichts als die Verirrung.“ (Sure Nuh, 21-24)

Nachdem erkannt worden war, dass die Namen Vedd, Suva, Yeğus, Ye’uk und Nesr die sogenannten Götter mesopotamischer Völker darstellen und dass diese Namen Sonne, Mond und Sterne symbolisieren, wurde klar, dass Prophet Noah (as) in Mesopotamien lebte und die Sintflut auch an diesem Ort stattfand. (Maria Höfner, “Die vorislamische Religionen Arabiens” Die Religionen Altsyriens, Altarabiens und der Mandaer, von Hartmut Gese, Maria Höfner, Kurt Rudolph, Stuttgart 1970)

Als sich infolge der durchgeführten archäologischen Forschungen ebenfalls ergab, dass die Sintflut in Mesopotamien stattfand, wurde deutlich, dass auch die oben namentlich genannten Götzen und die götzendienerischen Gemeinschaften, die sie anbeteten, hier lebten. Es zeigt sich, dass auch Prophet Noah (as), als er als Warner zu diesen götzendienerischen Gemeinschaften kam, einen großen Teil seines Lebens in diesem Gebiet verbrachte und die Sintflut auch hier stattfand.

Die archäologischen Beweise der Sintflut

Es ist recht bemerkenswert, dass man heute auf die Spuren vieler der Völker stößt, von deren Vernichtung der Koran berichtet. Aus den archäologischen Daten geht hervor, dass die Chance, Funde über ein Volk zu erlangen, umso größer ist, je plötzlicher dieses Volk verschwindet.

Wenn eine Zivilisation plötzlich verschwindet – was die Folge einer Naturkatastrophe, einer plötzlichen Auswanderung oder eines Krieges sein kann –, bleiben die Spuren dieser Zivilisation viel besser erhalten. Die Häuser, in denen die Menschen lebten, und die Gegenstände, die sie im täglichen Leben benutzten, werden innerhalb kurzer Zeit unter der Erde begraben. So werden sie für eine recht lange Zeit unberührt von Menschenhand aufbewahrt und bieten, wenn sie ans Tageslicht gebracht werden, wichtige Hinweise auf das Leben in der Vergangenheit.

Eben dadurch sind heute viele Beweise für die Sintflut Noahs zutage gefördert worden. Die Sintflut, die vermutlich um das Jahr 3000 v. Chr. stattfand, hat eine ganze Zivilisation mit einem Schlag vernichtet und dafür gesorgt, dass an ihrer Stelle eine völlig neue Zivilisation entstand. So sind die deutlichen Beweise der Sintflut, damit wir daraus eine Lehre ziehen, über Tausende von Jahren bewahrt worden.

Es gibt viele Ausgrabungen, die zur Erforschung der Sintflut durchgeführt wurden, welche die mesopotamische Ebene erfasste. Bei den Ausgrabungen in dem Gebiet stieß man hauptsächlich in vier Städten auf die Spuren einer Flutkatastrophe, die infolge einer großen Sintflut entstanden sein kann. Diese Städte sind die bedeutenden Städte der mesopotamischen Ebene Ur, Uruk, Kiş und Şuruppak. Die Ausgrabungen in diesen Städten zeigen, dass sie alle um die 3000er Jahre v. Chr. einer Flut ausgesetzt waren. Behandeln wir zuerst die Ausgrabungen in der Stadt Ur.

Das Älteste der Zivilisationsreste, die bei den Ausgrabungen in der Stadt Ur, die heute Tel-El Muhayer genannt wird, gefunden wurden, reicht bis in die 7000er Jahre v. Chr. zurück. Die Stadt Ur, einer der Orte, an denen die Menschen die erste Zivilisation gründeten, war im Laufe der Geschichte ein Siedlungsgebiet, in dem viele Zivilisationen nacheinander kamen und gingen.

Die archäologischen Funde, die bei den Ausgrabungen in der Stadt Ur zutage gefördert wurden, zeigen, dass die hiesige Zivilisation infolge einer sehr großen Flutkatastrophe unterbrochen wurde und später im Laufe der Zeit wieder neue Zivilisationen zu entstehen begannen. Die Person, die in diesem Gebiet die erste Ausgrabung durchführte, ist R. H. Hall vom British Museum. Leonard Woolley, der nach Hall die Aufgabe der Grabungsleitung übernahm, leitete auch eine vom British Museum und der University of Pennsylvania gemeinsam durchgeführte Grabungskampagne. Die von Woolley geleiteten Grabungsarbeiten, die weltweit große Sensation auslösten, wurden von 1922 bis zum Jahr 1934 fortgeführt.

Die Ausgrabungen von Sir Woolley fanden mitten in der Wüste zwischen Bagdad und dem Persischen Golf statt. Die ersten Gründer der Stadt Ur waren ein aus Nordmesopotamien gekommenes Volk, das sich selbst „Ubaidyen“ nannte. Um Informationen über dieses Volk zu erlangen, wurden detaillierte Ausgrabungen begonnen. In der Zeitschrift Reader’s Digest werden die Ausgrabungen von Woolley folgendermaßen geschildert:

Im Grabungsgebiet war, je tiefer man kam, ein sehr bedeutender Fund zutage gefördert worden; dies war der Königsfriedhof der Stadt Ur. Die Forscher stießen auf diesem Friedhof, auf dem die sumerischen Könige und Adligen begraben worden waren, auf viele legendäre Kunstwerke. Helme, Schwerter, Musikinstrumente, aus Gold und Edelsteinen gefertigte Kunstwerke. Es gab auch andere, noch viel wichtigere Dinge als diese; historische Aufzeichnungen, die mit erstaunlicher Meisterschaft und Geschicklichkeit, mit hoher Technik in Tontafeln gepresst worden waren.

Die Forscher hatten in Ur Inschriften gefunden, welche dieselben Namen wie in den Königslisten trugen, und waren unter ihnen sogar auf den Namen der Person gestoßen, welche die erste Königsfamilie von Ur gründete. Woolley kam zu dem Ergebnis, dass der Friedhof vor der ersten Dynastie von Ur begann. Aus diesem Grund kam er zu dem Schluss, dass eine äußerst entwickelte Zivilisation schon vor der ersten Dynastie existierte.

Nach gründlicher Untersuchung des Beweises beschloss Woolley, die Ausgrabung tiefer, unter die Gräber, voranzutreiben. Die Arbeiter drangen durch die zu Schlamm gewordenen Ziegel etwa einen Meter tief vor und begannen, Töpferwaren herauszuholen. „Und dann hörte plötzlich alles auf.“ So schrieb Woolley. „Es gab keine Schüsseln mehr, keine Töpfe, keine Asche, nur noch sauberen, vom Wasser herangetragenen Schlamm.“

Woolley setzte die Ausgrabung fort, man drang durch eine etwa zweieinhalb Meter starke Schicht sauberen Tons in die Tiefe vor, und dann stießen die Arbeiter plötzlich auf Geräte aus Schmirgelstein und Tonscherben, die von den Menschen dieser Epoche angefertigt worden waren, welche die Historiker als Kultur der letzten Steinzeit bezeichnen. Als der Schlamm gründlich beseitigt war, kam eine darunter gebliebene Zivilisation zum Vorschein. Dieser Sachverhalt zeigte, dass sich in dem Gebiet eine große Überschwemmung ereignet hatte. Außerdem zeigte die mikroskopische Analyse, dass eine dicke Schicht aus sauberem Ton von einer Sintflut hier angehäuft worden war, die groß genug war, die alte sumerische Zivilisation zu vernichten. Das Gilgamesch-Epos und die Geschichte Noahs vereinten sich so in einem in der mesopotamischen Wüste gegrabenen Schacht in einer gemeinsamen Quelle.

Außerdem gab Max Mallowan die Gedanken von Leonard Woolley, der die Ausgrabung leitete, folgendermaßen wieder:

Woolley bezeichnete, indem er darlegte, dass eine so große Tonmasse, die in einem einzigen Zeitabschnitt entstanden war, nur die Folge einer sehr großen Flutkatastrophe sein konnte, die Flutschicht, die das sumerische Ur von der Stadt trennt, die von dem bemalte Töpferwaren verwendenden Volk von Al-Ubaid gegründet wurde, als Überreste der legendären Sintflut.

Diese Daten zeigten, dass die Stadt Ur einer der Orte war, die von der Sintflut betroffen waren. Auch der deutsche Archäologe Werner Keller hatte die Bedeutung der betreffenden Ausgrabung folgendermaßen zum Ausdruck gebracht: „Dass bei den archäologischen Ausgrabungen in Mesopotamien unter einer lehmigen Schicht Stadtreste zum Vorschein kamen, hat bewiesen, dass es hier eine Flut gab.“