Eine weitere Taktik Satans ist es, die Menschen zur Erledigung von überflüssigen, sinnlosen Aufgaben zu verleiten. Er malt Aktivitäten, die die Billigung Allahs überhaupt nicht finden werden, in den schönsten Farben aus und läßt sie in attraktivem, positivem Licht erscheinen. Jemand, der darauf hereinfällt, wird sich vollständig irgendwelchen weltlichen Plänen und Zielen verschreiben. Wenn er durch solche Dinge fehlgeleitet ist, kommt es ihm nicht mehr in den Sinn, daß das Leben in dieser Welt eines Tages endet und daß er in Gegenwart Allahs Rechenschaft ablegen muß. So verschwendet er sein Leben an Vergängliches, eine bessere berufliche Stellung, mehr Geld, eine bessere Zukunft. Es ist ein großer Fehler, solch sinnlosen Ambitionen hinterher zu jagen, denn der Mensch weiß nicht, wann und wo er sterben wird, und er hat keine Garantie, daß er von einer Sekunde zur anderen noch am leben ist.
Doch die große Mehrheit der Menschen redet sich ein, es sei notwendig, so zu leben. Um sich zu trösten, verdrängen sie die Dinge, die in diesem Leitfaden erwähnt werden, und sie setzen lieber ihr Leben in Selbsttäuschung fort. Dementsprechend halten sie jedes selbst gesteckte Ziel für das Wichtigste auf der Welt. Das Wichtigste für eine Sekretärin ist zum Beispiel, die Termine ihres Chefs nicht zu vergessen, für einen Studenten ist es das Wichtigste, die besten Prüfungsergebnisse zu erreichen, für einen Schuhverkäufer, die meisten Schuhe des Tages zu verkaufen, für einen Geschäftsmann, eine lukrative Ausschreibung zu gewinnen, für einen Athleten, den Wettkampf zu gewinnen, für einen Sänger, daß noch mehr Menschen seine CDs anhören, für ein Schulmädchen, das schönste Kleid auf einer Party anzuhaben, für einen Oberschüler, das schönste Mädchen der Schule als Freundin zu gewinnen, für einen Übersetzer, die besten Worte zu finden und für einen Schriftsteller, die erfolgreichsten Bücher und Artikel zu verfassen. Es ist natürlich, daß der Mensch in all diesen Aktivitäten der Beste sein will, doch das sind nicht die wichtigsten Aufgaben des Lebens. Es gibt keine wichtigere Aufgabe, als Allahs Wohlgefallen zu gewinnen und einer Seiner Diener zu werden, der das Paradies verdient hat.
Wenn der Mensch sich selbst täuscht, die Wahrheit verkennt und glaubt, diese weltlichen Dinge seien der einzige Lebenszweck, wird ihn ein großes Bedauern überkommen, wenn er sich plötzlich dem Tod gegenüber sieht. Bis zu diesem Moment hat er geglaubt, das wichtigste seien sein Haus, Geschäft, Ehefrau, Auto, seine Diplome, Freunde, Familie und der Kreis seiner Geschäftsfreunde, doch wenn er den Engel des Todes erblickt, erkennt er, wie vergänglich all das ist und das all das nur Teil seiner Prüfung in diesem Leben war. Unmittelbar darauf wird ihn eine unerträgliche Hilflosigkeit überkommen, die grenzenlosen Segnungen des Paradieses auf der einen, die physische und mentale Qual des Höllenfeuers auf der anderen Seite, wenn er vor Allah Rechenschaft über seine Taten ablegen muß.
In diesem Moment ist das Einzige, das zählt, was er zur Erlangung von Allahs Wohlgefallen getan hat. Doch er hat in seinem Leben nichts dafür getan. Dann versteht er plötzlich in aller Bitterkeit, daß all die Anstrengungen, die er unternommen hat, um seine Ziele zu erreichen, für die er sein Leben verschwendet hat, überhaupt keine Bedeutung haben. Nicht etwa, daß er es nicht gewußt hätte; sein Gewissen wußte genau, was aus ihm werden würde, doch er zog es vor, dies vermittels seines Selbstbetruges zu verdrängen. Allah klärt uns in folgendem Vers darüber auf:
... doch Satan hatte ihnen ihre Werke als wohlgefällig ausgemalt und sie vom Weg abgebracht, obwohl sie genügend Einsicht besaßen.
Obwohl die Menschen die Wahrheit erkennen können, fallen sie den Täuschungen Satans zum Opfer und verschwenden ihr Leben mit sinnlosen Aufgaben.
In folgenden Versen sagt uns Allah, daß diesen Menschen das Eingeständnis ihrer Fehler nicht helfen wird:
Und dein Herr kommt und die Engel, Reihe um Reihe, und an diesem Tage die Hölle herangebracht wird - an diesem Tage möchte der Mensch die Ermahnung annehmen. Aber was nützte ihm dann noch die Ermahnung? Dann wird er rufen:
“O wenn ich doch für mein (künftiges) Leben etwas vorausgeschickt hätte!” An diesem Tage wird keiner strafen wie Er. Und keiner wird fesseln wie Er.
Wenn Sie nicht zu denen gehören wollen, die dann im Jenseits sagen werden: “O wenn ich doch…“, dann denken Sie genau jetzt an den wahren Sinn des Lebens und wägen Sie ab, ob und in welchem Grad das, was Sie tun, diesem Lebenssinn dient. Seien Sie auf der Hut! Betrügen Sie sich nicht selbst, indem Sie glauben, die sinnlosen Dinge, die Sie tun, hätten irgendeinen Wert. Das gilt für alles, was Sie tun, während des gesamten Tagesablaufs. Selbstverständlich arbeiten Sie hart für viele verschiedene Dinge, doch der grundlegende Zweck all dessen muß sein, Allahs Zustimmung zu erlangen und in Sein Paradies einzugehen. Wenn Sie bei einer Aufgabe feststellen, daß Allahs Billigung eher unwahrscheinlich ist, und die Erledigung dieser Aufgabe sich nicht zu Ihrem Vorteil im Jenseits auswirken wird – geben Sie sie auf. Widmen Sie sich ausschließlich Aufgaben, bei denen Sie sehen können, daß sie gut und vorteilhaft sind. Ihr Gewissen trifft dabei die bestmögliche Unterscheidung für Sie. Hören Sie auf Ihr Gewissen und seien Sie achtsam. Lassen Sie sich nicht von Satan fehlleiten, indem Sie wertlose, vergängliche Dinge für erstrebenswert halten.