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Leben für Allah: Das Lebensziel des Muslims: Allahs Wohlgefallen

Inhalt
  1. Das Lebensziel des Muslims: Allahs Wohlgefallen
  2. Ernste Anstrengungen für das Wohlgefallen Allahs
  3. Sein Selbst (an-nafs) kennen lernen
  4. Sich vor Vielgötterei hüten
  5. Das höchste Wohlgefallen Allahs suchen
  6. Der Schlüssel zu Allahs Wohlgefallen: das Gewissen
  7. Für Allah lieben
  8. Eigenschaften der Gläubigen
  9. Unterdrückung gegen Gläubige
  10. Das Leben in der Dschahiliya-Gesellschaft
  11. Die Bewertung eines Menschen in der Dschahiliya-Gesellschaft
  12. Die Führer der Gesellschaften, in denen das Geld ein wichtiges Kriterium ist
  13. Die Moral in der Dschahiliya-Gesellschaft
  14. Der Wunsch nach einem unendlichen Leben
  15. Die Auffassung der Religion in der Dschahiliya-Gesellschaft
  16. Die Hölle: Ewige Heimstatt derer, die Allah Götter zur Seite stellen
  17. Das Paradies: Ewige Wohnstatt derer, die nur nach dem Wohlgefallen Allahs suchen

Womit Allah zu Wegen des Heils leitet, wer Sein Wohlgefallen anstrebt, und sie mit Seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht und auf einen rechten Pfad führt. (Sure 5:16 al-Ma'ida)

Was ist der Unterschied zwischen Muslimen und den anderen Menschen? Von Nicht-Muslimen können verschiedene Antworten auf diese Frage kommen. Sie würden sagen, dass der Unterschied in der Kultur oder in der Ethik liegen würde; dass Muslime eine andere "Weltsicht" haben, dass sie an andere Werte glauben, und dass sie selber diese Werte nicht akzeptieren würden. Sie würden hervorheben, dass Muslime sich ideologisch von Ihnen unterscheiden.

Doch meistens können sie den wahren Unterschied zwischen sich selbst und den Muslimen nicht verstehen. (Da sie diesen Unterschied nicht verstehen, sind sie auch keine Muslime.)

Vor der Erklärung, des besonderen Merkmals der Muslime, mit dem sie sich von anderen unterscheiden, sollte ein Punkt erwähnt werden: Mit "Muslim" ist hier nicht der Mensch gemeint, in dessen Ausweis bei Religionszugehörigkeit "Muslim" steht. Muslim ist ein Name, den Allah denen gegeben hat, die sich im Glauben gefestigt haben. Im Quran wird beschrieben, wer Muslim ist. Der Hauptunterschied zwischen den im Quran beschriebenen Gläubigen und den anderen Menschen ist der, dass die Gläubigen sich der unendlichen Allmacht Allahs bewusst sind. Sich der Allmacht Allahs bewusst sein ist nicht allein die Bestätigung, dass es einen Schöpfer gibt. Diese Wahrheit wird im Quran wie folgt bezeugt:

Sprich: "Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde her? Oder wer hat Gewalt über Gehör und Gesicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten hervor, und das Tote aus dem Lebendigen? Und wer führt den Befehl?" Wahrlich, sie werden sagen: "Allah!" So sprich: "Wollt ihr Ihn dann nicht fürchten?" Dieser Gott, Das ist euer wahrer Herr. Und was anderes bliebe ohne die Wahrheit als der Irrtum? Wie könnt ihr nur so widersinnig sein? (Sure 10:31,32 – Yunus)

Der Gefragte in diesem Vers akzeptiert hier die Existenz von Allah und seinen Titeln, aber trotz allem hat er sich von Allah abgewandt und ist ohne Furcht vor Allah, wie der Teufel, der ja auch die Existenz von Allah akzeptiert.

Die Allmacht Allahs zu begreifen, dazu braucht es mehr als nur verbale Bekenntnisse. Muslime sind sich der Größe und der Existenz Allahs bewusst, sie fürchten Ihn und richten ihr Leben nach der großen Wahrheit der sie sich bewusst sind. Die Anderen sind entweder solche die Allah leugnen oder die Allah nicht fürchten, wie in dem Vers oben beschrieben, obwohl sie an Ihn glauben und Ihn akzeptieren.

Diese Menschen haben sich ihren Lebensstil aufgebaut, ohne sich ihres Schöpfers bewusst zu sein, ohne sich zu Fragen, von wem, wie und wieso ihrem Leben ein Anfang gegeben wurde. Sie versuchen, ein Leben zu leben, ohne dass sie dort einen Platz für Allah und den Glauben haben. Solch ein Leben, gestützt auf einem leeren und verfaulten Fundament, verurteilt zum Zusammenbruch, wird im Quran mit diesem weisen Vergleich erzählt:

Ist nun etwa der besser, der sein Gebäude auf Gottesfurcht und auf Allahs Huld gegründet hat, oder der, welcher ihn auf den Rand einer brüchigen Steilwand gegründet hat, worauf er mit ihm in das Feuer der Hölle abstürzt? Allah leitet nicht die Ungerechten. (Sure 9:109 – at-Tauba)

Wie in dem Vers mitgeteilt wird, wird das Leben dieser Ungläubigen auf "dem Rand einer brüchigen Steilwand" errichtet. Ihr einziges Ziel ist es, im "diesseitigen Leben" Glück und Annehmlichkeit zu erreichen. Die meisten dieser Menschen machen es sich zum Ziel "reich" zu werden. Für dieses Ziel versuchen sie alles was in ihrer Macht steht, sowohl geistig wie körperlich. Manche haben das Ziel berühmt zu werden oder Achtung zu erlangen. Auch für dieses Ziel werden sie alles tun, Schwierigkeiten überwinden, bestimmte Opfer bringen. Doch dies alles sind nichts anderes als leere Ziele, die nach dem Tod nicht mehr existieren werden. Man könnte all dies sogar schon während dieses Lebens verlieren.

Ein Gläubiger jedoch ist sich Allahs Existenz und Macht bewusst. Er weiß warum Allah ihn erschaffen hat und was Er von ihm erwartet. Infolgedessen findet er auch das Geheimnis des Todes heraus: Der Tod ist nicht das Ende der menschlichen Existenz, sondern eine Vorstufe zum eigentlichen Leben.

Die Ungläubigen meinen, ihr Leben entstehe durch Zufall, genau wie das Ende des Lebens. Doch Leben und Tod, beides wird von Allah erschaffen. Der Tod ist kein Unfall oder Zufall, sondern ein von Allah vorherbestimmtes Ereignis.

Der Gläubige ist sich bewusst, dass Allah über allmächtig ist und dass der Tod nicht das Ende, sondern ein Schritt hin zum eigentlichen Leben, zum Jenseits ist. Da er sich dieser Tatsache bewusst ist, gestaltet er sein Leben nicht auf "dem Rand einer brüchigen Steilwand". Da er weiß, Wem wirklich das Leben, der Tod und das Leben nach dem Tod gehören, und von Wem es erschaffen wurde, wendet er sich Ihm zu. Geld, einflussreiche Positionen, soziale Zugehörigkeit und körperliche Schönheit werden von Allah erschaffen und in diesem erschaffenen System hat all dies keine Bedeutung. Es sind lediglich von Allah festgelegte Regeln, die nur für eine kurze Zeit maßgeblich sein werden.

Der Schlüssel des Zugangs zu Allahs Weg ist sein Wohlgefallen zu erlangen. Allah leitet nur die auf den rechten Pfad, die nach seinem Wohlgefallen streben:

Womit Allah zu Wegen des Heils leitet, wer Sein Wohlgefallen anstrebt, und sie mit Seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht und auf einen rechten Pfad führt. (Sure 5:16 – al-Ma'ida)

Deswegen ist der, der Allahs Wohlgefallen sucht, ein Muslim. Das ist der wichtigste Unterschied worin sich der Muslim sich von Anderen unterscheidet. Wo die Muslime die Religion als einen Weg sehen, dem man folgt um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen, ist Religion für die Meisten nur ein Gesetz, verbunden mit einem gewissen Maß an Glauben, und sie hat keinen wichtigen Platz in ihrem Leben.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen echten Muslimen und denen, die imitieren und hinterhältig sind (Heuchler). Während die Muslime das Erlangen von Allahs Wohlgefallen als gangbaren Weg anerkennen, ist es für die Heuchler ein Weg zur Vorteilsnahme und zur Befriedigung für ihrer Ansprüche. Deswegen verrichten Muslime ihr Gebet mit vollem Respekt und Gottesfurcht gegenüber Allah in "unterwürfiger Haltung" (Sure 23:1-2 – al-Mu'minun), die Heuchler hingegen täuschen dies nur vor (Sure 107:6 – al-Ma'un). Genauso entrichten Heuchler die Almosen nicht um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, sondern nur, um von anderen Leuten dabei gesehen zu werden:

O ihr, die ihr glaubt! Entwertet euere Almosen nicht durch Vorhaltungen und Verletzen von Gefühlen, wie derjenige, der Geld spendet, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Sein Gleichnis ist ein Felsen mit Erdreich darüber. Es trifft ihn ein Platzregen und lässt ihn hart. Sie richten mit ihren guten Werken nichts aus. Allah leitet nicht das ungläubige Volk. (Sure 2:264 – al-Baqara)