Das Wissen im Koran, dass die Berge sowohl fest stehen als auch treiben

Das Feststehen der Berge
Im Koran wird die Aufmerksamkeit auf eine wichtige geologische Funktion der Berge gelenkt:
Auf der Erde haben Wir, damit sie sie nicht erschüttert, feststehende Berge erschaffen… (Sure Al-Anbiya, 31)
Wenn man genau hinsieht, wird im Vers mitgeteilt, dass die Berge die Eigenschaft haben, Erschütterungen auf der Erde zu verhindern. Diese Tatsache, die zur Zeit der Herabsendung des Korans keinem Menschen bekannt war, wurde heute als Ergebnis der Befunde der modernen Geologie ans Licht gebracht.
Früher dachte man, die Berge seien nur Erhebungen, die an der Oberfläche der Erde bleiben. Die Wissenschaftler aber bemerkten, dass die Berge nicht nur Oberflächenerhebungen sind, sondern sich mit ihren Teilen, die Bergwurzel genannt werden, zuweilen bis zum 10- bis 15-Fachen ihrer eigenen Höhe unter die Erde erstrecken. Mit diesen Eigenschaften haben die Berge eine Rolle, die der ähnelt, wie ein Nagel oder Pflock ein Zelt fest am Boden befestigt. Zum Beispiel hat der Berg Everest, dessen Gipfel etwa 9 km über der Erdoberfläche liegt, eine Wurzel von mehr als 125 km. (1)
Außerdem entstehen die Berge als Ergebnis der Bewegungen und Zusammenstöße der sehr großen Schichten, die die Erdkruste bilden. Wenn zwei Schichten zusammenstoßen, schiebt sich die widerstandsfähigere unter die andere. Die oben bleibende Schicht faltet sich, steigt auf und bringt die Berge hervor. Die unten bleibende Schicht wiederum dringt unter der Erde vor und bringt eine tiefe Fortsetzung nach unten hervor. Daher haben die Berge, wie wir auch früher angegeben haben, außer den Massen, die wir auf der Erde sehen, noch eine tiefe Fortsetzung, die unter die Erde vordringt.
Prof. Siaveda, einer der weltbekannten Unterwassergeologen, gab, als er davon sprach, dass die Berge in Form von Wurzeln in der Erde stecken, folgenden Kommentar ab:
Der grundlegende Unterschied zwischen den Bergen auf den Kontinenten und den Bergen in den Ozeanen liegt in ihrem Material… Aber in beiden gibt es Wurzeln, die die Berge stützen. Bei den Bergen auf den Kontinenten erstreckt sich leichte Materie mit geringer Dichte als Wurzel in das Erdinnere. Auch bei den Bergen in den Ozeanen gibt es leichte Materie, die den Berg wie eine Wurzel stützt… Die Funktion der Wurzeln dient dazu, die Berge nach dem archimedischen Gesetz zu stützen. (2)
Außerdem wird im Buch Earth (Erde) von Frank Press, dem ehemaligen Präsidenten der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften, das an vielen Universitäten weltweit als Lehrbuch verwendet wird, ausgedrückt, dass die Berge pflockförmig und tief in die Erde eingegraben sind. (3)
In anderen Versen des Korans wiederum wird auf diese Funktion der Berge mit dem Vergleich „Pflock“ folgendermaßen hingewiesen:
Haben Wir die Erde nicht zu einem Lager gemacht? Und die Berge zu Pflöcken? (Sure An-Naba, 6-7)
Wiederum in einem anderen Vers teilt Allah in der Form „Seine Berge richtete Er auf und setzte sie fest“ (Sure An-Nazi'at, 32) mit. Das in diesem Vers vorkommende Wort „ersayha“ hat die Bedeutungen „verwurzelte, machte fest, verankerte, schlug in den Boden“. Dank dieser Eigenschaften erstrecken sich die Berge an den Verbindungspunkten der Erdschichten über und unter die Erde und vernieten diese Schichten miteinander. Auf diese Weise befestigen sie die Erdkruste und verhindern, dass sie auf der Magmaschicht oder zwischen ihren eigenen Schichten rutscht. Kurz gesagt können wir die Berge mit Nägeln vergleichen, die Bretter zusammenhalten.
Wie man sieht, wurde eine sehr lebenswichtige Funktion der Berge, die als Ergebnis moderner geologischer und seismischer Forschungen entdeckt wurde, im vor Jahrhunderten herabgesandten Edlen Koran als Beispiel für die überragende Weisheit in Allahs Erschaffung gegeben. In einem Vers heißt es:
… Auf der Erde hat Er auch, damit sie euch nicht erschüttere, unerschütterliche Berge hingesetzt… (Sure Luqman, 10)
Das Treiben der Berge
Du siehst die Berge und hältst sie für erstarrt; dabei treiben sie wie das Treiben der Wolken… (Sure An-Naml, 88)
Diese Bewegung der Berge rührt von der Bewegung der Erdkruste her, auf der sie sich befinden. Die Erdkruste bewegt sich auf der dichteren Mantelschicht gleichsam schwimmend. Als Erster hatte Anfang des 20. Jahrhunderts ein deutscher Wissenschaftler namens Alfred Wegener vorgebracht, dass die Kontinente der Erde in den frühen Zeiten der Welt beieinander lagen und sich später, in verschiedene Richtungen treibend, voneinander trennten und entfernten.
Die Geologen aber konnten erst 50 Jahre nach seinem Tod, das heißt in den 1980er-Jahren, begreifen, dass Wegener recht hatte. Wie Wegener in einem im Jahr 1915 veröffentlichten Artikel angegeben hatte, waren die Landmassen der Erde vor etwa 500 Millionen Jahren miteinander verbunden, und diese große Landmasse namens Pangaea befand sich am Südpol. Vor etwa 180 Millionen Jahren teilte sich Pangaea in zwei. Der erste dieser beiden in verschiedene Richtungen treibenden Riesenkontinente war Gondwana, das Afrika, Australien, die Antarktis und Indien umfasste. Der zweite war Laurasia, bestehend aus Europa, Nordamerika und Asien ohne Indien. Zu verschiedenen Zeiten innerhalb der etwa 150 Millionen Jahre, die auf diese Teilung folgten, teilten sich Gondwana und Laurasia in kleinere Stücke.
Diese durch das Zerbrechen von Pangaea entstandenen Kontinente treiben also, indem sie die Verteilung zwischen Land und Meer ständig verändern, mit Geschwindigkeiten von einigen Zentimetern im Jahr auf der Oberfläche der Erde.
Diese Bewegung der Erdkruste, die als Ergebnis geologischer Forschungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt wurde, wird in wissenschaftlichen Quellen so erklärt:
Die aus der Erdkruste und dem oberen Mantel bestehende, 100 km dicke Erdoberfläche besteht aus Stücken, die „Schicht“ genannt werden. Es gibt sechs große Schichten und zahllose kleine Schichten, die die Erdoberfläche bilden. Nach der Theorie, die „Schichtentektonik“ genannt wird, bewegen sich diese Schichten auf der Erde, indem sie die Kontinente und den Ozeanboden mit sich tragen… Es wurde berechnet, dass die kontinentale Bewegung bei etwa 1 bis 5 cm im Jahr liegt. Indem sich die Schichten so bewegen, entstehen Veränderungen in der Geografie der Erde. Zum Beispiel wird der Atlantische Ozean jedes Jahr ein wenig breiter. (4)
Ein wichtiger Punkt, der hier angegeben werden muss, ist auch folgender: Allah hat die Bewegung der Berge im Vers als „Treiben“ mitgeteilt. So ist auch der englische Begriff, den die Wissenschaftler heute für diese Bewegung verwenden, „continental drift“, das heißt „kontinentales Treiben“. (5)
Das Gleiten der Kontinente ist ein Wissen, das zur Zeit der Herabsendung des Korans nicht beobachtet werden konnte, und Allah hat mit dem im Vers vorkommenden Ausdruck „du siehst die Berge und hältst sie für erstarrt“ im Voraus mitgeteilt, wie die Menschen dieses Thema beurteilen würden. Danach aber hat Er eine Tatsache erklärt und mitgeteilt, dass die Berge treiben, wie die Wolken treiben. Wie man sieht, wird im Vers die Aufmerksamkeit deutlich auf die Beweglichkeit der Schicht gelenkt, auf der sich die Berge befinden.
Dass diese wissenschaftliche Tatsache, die die Wissenschaft erst ganz neu entdeckt hat, im 7. Jahrhundert, als die Ansichten über das Universum und die Natur auf Aberglauben, Irrglauben und Legenden beruhten, im Koran mitgeteilt wird, ist zweifellos ein großes Wunder. Und es ist ein sehr wichtiger Beweis dafür, dass der Koran das Wort Allahs ist.
ERGEBNIS: Die Berge stehen dank ihrer Wurzeln wie Nägel in den Boden geschlagen fest. Wenn wir hinsehen, sehen wir sie wirklich erstarrt/feststehend. Doch in einer Weise, die wir mit dem Auge nicht wahrnehmen können, treiben sie wie das Treiben der Wolken etwa 1 bis 5 cm im Jahr. Diese beiden Kenntnisse widersprechen einander nicht nur nicht, sondern sind auch Beweise für zwei wissenschaftliche Wunder im Koran.
Quellen:
1- Aus der Rede von Prof. Zighloul Raghib El-Naggar.
2- http://www.beconvinced.com/science/QURANMOUNTAIN.htm
3- Frank Press, Raymond Siever, Earth, 3. Auflage, W. H. Freeman & Company, San Francisco, 1982.
4- Carolyn Sheets, Robert Gardner, Samuel F. Howe, General Science, Allyn & Bacon Inc. Newton, Massachusetts, 1985, S. 305.
5- Powers of Nature, National Geographic Society, Washington D. C., 1978, S. 12-13.